WM-Teilnahme verweigert: Somalischer Schiedsrichter Artan darf nicht einreisen
Somalischer Schiedsrichter Artan darf nicht zur WM einreisen

Es hätte sein großes Debüt werden können, ein wahrhaft historischer Moment für den afrikanischen Fußball: Bei der WM, die an diesem Donnerstag startet, wollte der somalische Schiedsrichter Omar Artan als erster Unparteiischer seines Landes bei einer Weltmeisterschaft pfeifen. Doch nun hat ihm die Trump-Regierung einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenige Tage vor Beginn des Turniers wurde ihm die Einreise verweigert – und so hat die Fifa ihr Versprechen von der WM, die die ganze Welt vereinigt, ein weiteres Mal gebrochen.

Diplomatenpass half nicht

Dabei hatte Artan sogar einen gültigen Pass. Ein reguläres Visum war ihm zwar verweigert worden, denn die Einreise in die USA ist für somalische Staatsangehörige aufgrund eines Dekrets von Präsident Trump in den allermeisten Fällen vollständig untersagt. Daraufhin hatte Somalia ihn mit einem Diplomatenpass ausgestattet. Seinem großen Debüt sollte also nichts mehr im Wege stehen, doch nicht einmal sein Diplomatenstatus schützte ihn.

Artan ist indes nicht der Einzige, der unter Einreiseproblemen leidet. Auch Spieler und Mitglieder von Verbänden wie dem südafrikanischen, dem iranischen oder dem irakischen hatten Schwierigkeiten. Rund jedes dritte Land bei diesem Turnier war von Einreiseproblemen betroffen.

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Ein Fall mit Symbolkraft

Und doch sticht der Fall Artan besonders heraus, denn er ist einer der prominentesten Betroffenen, die bei dieser WM unter Trumps Einreisepolitik zu leiden haben. 2025 wählte der afrikanische Fußballverband ihn zum Schiedsrichter des Jahres. Dass er bei der WM als erster Vertreter seines Landes zum Einsatz kommen sollte, sorgte in seiner Heimat für große Schlagzeilen. Dass ausgerechnet bei jenem Turnier, an dem erstmals zehn afrikanische Länder teilnehmen, Artan ausgeschlossen wird, ist mehr als eine Randnotiz, sondern ein Eingeständnis des Scheiterns.

Bislang hält sich die Empörung europäischer Fußballverbände dennoch in Grenzen, der Aufschrei bleibt aus. Doch was wäre, wenn es einen Schiedsrichter aus einem europäischen Land getroffen hätte, aus Frankreich, Spanien oder Deutschland? Was wäre, wenn es den Berliner Felix Zwayer erwischt hätte? Würde man dann auch schweigen?

Es wäre auch die Aufgabe der europäischen Fußballnationen, den Weltverband Fifa dazu aufzufordern, sein Versprechen einer WM, die die Welt eint, einzuhalten – ebenso wie Trump, der einst öffentlich gesagt hatte, jeder sei bei der WM willkommen. Doch bislang schweigt DFB-Chef Bernd Neuendorf, der Mitglied im Fifa-Rat ist, zu politischen Themen wie den Einreisebeschränkungen.

Und so kann der Weltverband sich weiter hinter Zuständigkeitsfragen verstecken. „Die Fifa ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge“, heißt es von Seiten des Verbandes. In anderen Worten: Das Versprechen „Football unites the world“ war von vornherein eine Farce.

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