Der Posten des britischen Premierministers war schon in den Jahren vor Keir Starmer ein Schleudersitz. Sechs Regierungschefs scheiterten an Skandalen, Brexit-Chaos und eigenen Fehlentscheidungen. Von David Cameron bis zu Starmer selbst – eine Chronik der Niederlagen.
David Cameron: Der Zocker, der danebenlag
Mit einem Referendum über den EU-Austritt wollte sich der konservative Premier David Cameron 2016 Rückhalt für seinen moderat EU-freundlichen Kurs holen. Doch die Briten stimmten mehrheitlich für den Brexit. Cameron zog sich daraufhin vom Posten des Regierungschefs zurück. Sein Kalkül war gescheitert.
Theresa May: Die Scherbenkehrerin
Theresa May versuchte, die Scherben ihres Vorgängers zusammenzukehren. Drei Jahre lang regierte sie das Land, doch das britische Parlament lehnte ihren mit der EU ausgehandelten Brexit-Plan dreimal ab. Ohne Rückhalt der konservativen Tories trat sie im Juli 2019 zurück.
Boris Johnson: Der Skandal-Premier
Boris Johnson schaffte, was May nicht gelang: Er führte Großbritannien 2020 aus der EU. Doch seine Amtszeit war von Skandalen geprägt – Luxusumbau seines Dienstsitzes, Gartenpartys im Lockdown und die Affäre um Chris Pincher. Im Sommer 2022 erklärte Johnson seinen Rücktritt.
Liz Truss: Sechs Wochen im Amt
Gerade einmal sechs Wochen war Liz Truss Premierministerin. Ihre kurze Ära war von Zickzack-Kurs und erratischen Entscheidungen geprägt. Geplante Steuererleichterungen hätten nach einhelliger Meinung ein Finanzchaos ausgelöst. „Mir ist klar, dass ich das Mandat nicht erfüllen kann“, gab sie einsichtig zu.
Rishi Sunak: Der Wahlverlierer
Rishi Sunak konnte die negative Dynamik für die Tories nicht durchbrechen. Nach unglücklichen Auftritten und chronisch ausbleibendem politischen Erfolg verlor er im Sommer 2024 die Wahl. Immerhin ging er nicht wegen einer Affäre, sondern nach einer verlorenen Wahl.
Keir Starmer: Der geplatzte Traum
Nach dem Erdrutschsieg von Keir Starmer zog erstmals seit Jahren wieder ein Labour-Politiker in Downing Street ein. Die Erwartungen waren hoch. Doch Starmer stand seit Monaten gewaltig unter Druck: Im Mai fuhr seine Partei herbe Verluste bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales ein. Zudem geriet er durch die Epstein-Kontakte des Diplomaten Peter Mandelson in Bedrängnis, den er zum Botschafter in Washington ernannt hatte. Nun kündigte der Premier seinen Rückzug an.



