Ukraine-Krieg: Putin lehnt Treffen mit Selenskyj ab – Europa berät
Putin lehnt Treffen mit Selenskyj ab – Europa berät

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Vorschlag eines Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zurückgewiesen. Er sehe derzeit keinen Grund für ein solches Treffen, erklärte Putin. Selenskyj hatte zuvor einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er direkte Friedensgespräche vorschlug.

Putin kritisiert „unfairen Westen“

In einer Rede skizzierte Putin den Übergang zu einer „multipolaren Welt“ mit einer neuen politischen und finanziellen Machtordnung. Russland plane gemeinsam mit China und Indien eigene Wirtschaftssysteme, um unabhängiger vom Westen zu werden. Den europäischen Ländern warf er politische Kurzsichtigkeit und aggressives Verhalten vor. Die gegen Russland verhängten Sanktionen und eingefrorenen Zentralbankvermögen bezeichnete er als „Diebstahl“.

EU-Staaten beraten mit Selenskyj über Verhandlungen

Die Regierungschefs von Deutschland, Großbritannien und Frankreich wollen am Sonntag in London mit Selenskyj darüber beraten, wie Russland zu Friedensverhandlungen bewegt werden kann. Frankreichs Präsident Macron betonte, die Europäer seien stets für direkte Verhandlungen zwischen der Ukraine und dem Kreml gewesen.

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Merkel lehnt Vermittlerrolle ab

Altkanzlerin Angela Merkel wies Spekulationen über eine mögliche Verhandlungsrolle für die EU gegenüber Russland zurück. Man könne mit Putin nur verhandeln, wenn man mit politischer Macht ausgestattet sei, sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Verhandlungen seien Sache derer, die über Macht und Legitimation verfügten.

Putin warnt vor westlichen Zahlungssystemen

Der russische Präsident hält es für riskant, sich auf westliche Zahlungssysteme und Währungen wie den Euro oder den US-Dollar zu verlassen. „Sie finden immer einen Vorwand, um Ihnen den Zugang abzuschneiden“, sagte Putin. Die hohen Schuldenquoten von Ländern wie Frankreich, Italien und Belgien machten die westlichen Finanzsysteme vorsichtig zu behandeln.

Gefangenenaustausch und Angriffe

Russland und die Ukraine haben erneut je 185 Kriegsgefangene ausgetauscht. Die Vermittlung erfolgte durch die Vereinigten Arabischen Emirate. Bei einem russischen Drohnenangriff auf eine Babynahrungsfabrik nahe Kiew wurden vier Menschen getötet und sieben verletzt. Selenskyj verurteilte die Attacke und forderte mehr Luftabwehrhilfe vom Westen.

Seedrohne explodiert in rumänischem Hafen

Eine Seedrohne, wie sie im Ukraine-Krieg eingesetzt wird, ist im rumänischen Schwarzmeerhafen Constanta explodiert. Verletzte gab es nicht. Die EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen warnte vor einer Bedrohung für alle Länder an der EU-Ostgrenze.

Internationale Reaktionen

Die Bundesregierung begrüßte Selenskyjs Verhandlungsangebot. Ein tragfähiger Friede könne nur unter Einbeziehung der Europäer erreicht werden, sagte der stellvertretende Regierungssprecher. Außenminister Wadephul rief Putin zu Verhandlungen mit europäischer Beteiligung auf. Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete einen Gesetzentwurf über weitere Ukraine-Hilfen, doch Präsident Trump könnte sein Veto einlegen.

Putin wies Warnungen vor einer russischen Bedrohung der Nato als „Unsinn“ zurück. Es handle sich um eine bewusste Provokation, um höhere Verteidigungsausgaben zu rechtfertigen. Zugleich bekräftigte er seine Bereitschaft zu einer diplomatischen Lösung, falls die Ukraine den Vereinbarungen mit Trump zustimme. Notfalls werde Russland den Konflikt auf dem Schlachtfeld entscheiden.

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