Papst Leo XIV. hat seinem Heimatland USA zum 250. Geburtstag eine Videobotschaft übermittelt, in der er die Bedeutung der Einwanderer für die amerikanische Geschichte hervorhob. Der Pontifex, der selbst US-Amerikaner ist, sprach bei der Verleihung der „Friedensmedaille“ des National Constitution Centers in Philadelphia, die ihm verliehen wurde. In seiner Ansprache betonte er die Ideale der Unabhängigkeitserklärung und rief zu Einheit, Gerechtigkeit und Frieden auf. Präsident Donald Trump erwähnte der Papst nicht – ein weiteres Zeichen des angespannten Verhältnisses zwischen den beiden.
Einheit als zentrales Motiv der Botschaft
„Einheit gab diesem Traum Stärke, der die Vereinigten Staaten von Amerika unter Gott entstehen ließ“, sagte Leo in seiner Videobotschaft. Er bete, dass der 250. Geburtstag ein Anlass sein möge, sich wieder auf die Grundwerte zu besinnen: Frieden, Wohlstand, Großzügigkeit und Herzensgüte. Der Papst unterstrich, dass die USA zum Symbol der Freiheit geworden seien, weil das Land immer wieder Einwanderern und deren Kindern die Möglichkeit gegeben habe, die Zukunft mitzugestalten. Diese Botschaft kommt zu einem Zeitpunkt, da die Migrationspolitik in den USA und Europa heftig diskutiert wird.
Besuch auf Lampedusa angekündigt
Leo kündigte zudem an, an diesem Samstag die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa zu besuchen. Dort will er an das Schicksal von Migranten erinnern, die auf seeuntauglichen Booten die gefährliche Überfahrt wagen. Der Besuch unterstreicht sein Engagement für Flüchtlinge und Migranten, das er immer wieder betont hat. Bereits in seiner Osteransprache rief er zum Frieden auf und kritisierte indirekt Kriege und Konflikte.
Angespanntes Verhältnis zu Trump
Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Papst Leo XIV. gilt als zerrüttet. Trump hatte den Pontifex mehrfach provoziert, etwa im Mai 2025, als er ein KI-generiertes Foto von sich als Papst auf dem offiziellen X-Account des Weißen Hauses postete. Nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran im April 2025 kritisierte der Papst den Krieg und Trumps Verhalten scharf. In seiner Osteransprache sagte Leo: „Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!“ Als Trump Iran mit der Auslöschung einer „ganzen Zivilisation“ drohte, nannte der Papst das „inakzeptabel“. Diese Auseinandersetzungen zeigen die tiefe Kluft zwischen dem konservativen US-Präsidenten und dem progressiven Papst.
Hintergrund: 250 Jahre Unabhängigkeit
Die USA feiern am 4. Juli 2026 den 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung. In diesem Rahmen würdigte Papst Leo XIV. die historische Bedeutung des Dokuments und die Rolle der Einwanderer. Seine Botschaft wurde bei einer Zeremonie des National Constitution Centers in Philadelphia vorgespielt, einer Stadt, die als Wiege der amerikanischen Demokratie gilt. Der Papst, der 2025 ins Amt gewählt wurde, hat sich mehrfach für soziale Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt – Themen, die ihn immer wieder in Konflikt mit Trump bringen.



