Pakistan als Vermittler im Iran-Krieg - Waffenruhe für Libanon angekündigt
Pakistan vermittelt im Iran-Krieg - Waffenruhe für Libanon

Pakistan rückt in Schlüsselrolle bei Iran-Konflikt

Im anhaltenden Iran-Krieg intensivieren sich die diplomatischen Bemühungen zur Konfliktbeilegung, wobei Pakistan zunehmend eine zentrale Vermittlerposition einnimmt. Gleichzeitig deutet sich für den Libanon nach US-Angaben eine Phase der Entspannung an.

Diplomatische Missionen im vollen Gange

Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif setzte seine Krisendiplomatie fort und flog von Saudi-Arabien nach Katar, um Möglichkeiten zur Lösung des anhaltenden Konflikts auszuloten. Ein Sprecher des pakistanischen Außenministeriums in Islamabad betonte, dass sein Land „offene Gesprächskanäle mit allen betroffenen Parteien aufrechterhält“. Spekulationen über unmittelbar bevorstehende weitere Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA wollte der Sprecher jedoch nicht bestätigen.

Aus zuverlässigen Diplomatenkreisen verlautete, dass ein neuer Gesprächstermin zwischen den Kriegsparteien erst nach der Rückkehr von Premierminister Sharif am Samstag festgelegt werden soll. Der Regierungschef befindet sich seit Mittwoch auf einer mehrtägigen Reise durch die Region, die ihn abschließend in die Türkei führen wird.

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Militärische und politische Entwicklungen

Bis zum kommenden Mittwoch gilt eine vereinbarte Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Erste Verhandlungsrunden in Islamabad zwischen den Konfliktparteien waren am vergangenen Wochenende ergebnislos zu Ende gegangen.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ließ keine Zweifel an der Entschlossenheit Washingtons: „Die USA halten sich alle Optionen offen“, erklärte er. Der Iran werde genauestens überwacht, insbesondere hinsichtlich der Stationierung von Waffensystemen. Die Drohungen Teherans, Schiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu beschießen, bezeichnete Hegseth nicht als legitime Kontrollmaßnahme, sondern als „Akte von Piraterie und Terrorismus“. Die amerikanischen Streitkräfte seien jederzeit bereit, die Angriffe wiederaufzunehmen, falls dies notwendig werde.

Pakistanischer Armeechef auf Sondermission

Parallel zu den politischen Gesprächen traf Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, in Teheran zu hochrangigen Konsultationen ein. Nach Berichten iranischer Medien sollte er auch den einflussreichen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf treffen. Munir gilt als zentraler Entscheidungsträger in Pakistan und wird als harter, aber effektiver Verhandler eingeschätzt.

Bereits vor Ausbruch des Iran-Kriegs hatte sich der ehemalige US-Präsident Donald Trump wiederholt positiv über den Feldmarschall geäußert. Munir war mehrfach zu Gesprächen ins Weiße Haus eingeladen worden – eine außergewöhnliche Ehre für einen Militär ohne ziviles Regierungsamt.

Diplomatische Quellen berichteten, dass Feldmarschall Munir sich in der Türkei mit Premierminister Sharif treffen werde, bevor er seine Reise in die Vereinigten Staaten fortsetze. In der Türkei findet ab Freitag eine bedeutende regionale Diplomatie-Konferenz statt, die weitere Gesprächsmöglichkeiten bieten wird.

Waffenruhe für den Libanon verkündet

Im parallel eskalierenden Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz zeichnete sich eine vorsichtige Entspannung ab. Gut sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Gewalteskalation verkündete US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe für das Land. Diese solle um Mitternacht Ortszeit (23:00 Uhr MESZ) in Kraft treten und zunächst für zehn Tage gelten, schrieb Trump nach Konsultationen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social.

Der US-Präsident kündigte an, beide Konfliktparteien zu einem Treffen im Weißen Haus einzuladen, um weitere Schritte zu besprechen. Die libanesische Regierung, die selbst keine aktive Kriegspartei darstellt, bemüht sich intensiv um Deeskalation. Die Hisbollah kündigte über ihren Fernsehsender Al-Manar an, Israels Einhaltung der Waffenruhe genau zu beobachten.

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Hintergrund des libanesischen Konflikts

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar liefern sich die vom Iran unterstützte Hisbollah und das israelische Militär schwere Gefechte. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seit Anfang März erneut Raketen auf israelisches Territorium ab. Die israelische Luftwaffe reagiert seitdem mit massiven Luftangriffen.

Die Kämpfe konzentrierten sich zunächst auf den Süden des Libanon, weiteten sich aber auf den Osten des Landes sowie die Hauptstadt Beirut und ihre Vororte aus. Das israelische Militär startete zudem eine Bodenoffensive und drang weiter in den Süden des Nachbarlandes vor, wo es zu intensiven Bodenkämpfen mit Hisbollah-Kämpfern kam.

Diplomatische Perspektiven für den Libanon

Die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon zur Beendigung des Konflikts sollen trotz der angekündigten Waffenruhe fortgesetzt werden. Ein neuerlicher diplomatischer Durchbruch folgte auf direkte Gespräche in Washington, bei denen sich die Botschafter der verfeindeten Länder erstmals seit Jahrzehnten zu politischen Verhandlungen trafen.

Bereits zuvor hatten US-Vertreter die Möglichkeit eines „umfassenden Friedensabkommens“ ins Spiel gebracht. Die israelischen Verhandlungen mit dem Libanon verfolgten laut Angaben aus Netanjahus Büro zwei zentrale Ziele: „Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke.“ Die libanesische Regierung strebt neben einer Waffenruhe vor allem den Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons an.

Deutsches Engagement für die Straße von Hormus

Die internationalen Bemühungen, die Schifffahrt durch die strategisch entscheidende Meerenge von Hormus wieder dauerhaft zu sichern, gehen ebenfalls weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will bei den Beratungen über eine mögliche Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus am Freitag in Paris ein konkretes Angebot für eine Beteiligung der Bundeswehr unterbreiten.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Regierungskreisen soll die Marine nach einem Ende der Kampfhandlungen Minenjagdboote, ein Versorgungsschiff und Luftaufklärungskapazitäten für eine solche Mission bereitstellen, sofern bestimmte politische und operative Bedingungen erfüllt sind.

Die Bundeswehr verfügt derzeit über acht Minenjagdboote und zwei spezielle Einsatzboote für Minentaucher. Wie viele dieser Einheiten tatsächlich zum Einsatz kommen könnten, ist noch nicht abschließend geklärt. Konkrete Zahlen will Kanzler Merz den Angaben zufolge am Freitag noch nicht nennen. Das Treffen in Paris wurde von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer initiiert und soll einen koordinierten internationalen Ansatz zur Sicherung der wichtigen Schifffahrtsroute ermöglichen.