Orbáns Wahlchancen schwinden: Kreml und Trump-Unterstützung verpuffen vor ungarischer Wahl
Orbáns Chancen schwinden trotz Trump und Putin-Unterstützung

Orbáns Wahlaussichten trotz internationaler Unterstützung im Sinkflug

Obwohl der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán von internationalen Verbündeten wie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem US-Präsidenten Donald Trump unterstützt wird, scheinen seine Chancen auf eine Wiederwahl am kommenden Sonntag deutlich zu schwinden. Die Wettquoten und jüngsten Entwicklungen deuten auf eine mögliche Abwahl des langjährigen Regierungschefs hin.

Wettquoten sprechen deutliche Sprache

Während regierungsnahe Institute weiterhin Orbáns Führungsposition betonen, zeigen die Wettmärkte ein anderes Bild. Bei Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Orbán erneut Ministerpräsident wird, bei nur noch 29 Prozent. Sein Herausforderer Péter Magyar kommt dagegen auf 71 Prozent. Dieser Abstand hat sich in den letzten Tagen vor der Wahl noch einmal deutlich vergrößert.

Interessant ist dabei der Kontrast zu den offiziellen Umfragen: Obwohl diese bereits länger Magyar im Vorteil sehen, misstrauen viele Ungarn diesen Prognosen. Bei der letzten Parlamentswahl 2022 hatten Meinungsforscher ebenfalls die Opposition vorn gesehen, doch Orbán behielt am Ende sogar seine Zweidrittelmehrheit.

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Putin-Knick durch Enthüllungen

Ein möglicher Grund für Orbáns schwindende Popularität sind jüngste Enthüllungen über die enge Zusammenarbeit zwischen der ungarischen Regierung und dem Kreml. Laut einem Transkript eines Telefonats zwischen Orbán und Putin hatte sich der Ungar als "Maus" bezeichnet, die dem "Löwen" im Kreml hilft.

Zuvor war bereits ein aufgenommenes Gespräch zwischen Ungarns Außenminister Péter Szijjártó und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow bekannt geworden, in dem EU-Geheimdokumente angeboten wurden. Diese Enthüllungen könnten bei vielen Wählern auf Ablehnung gestoßen sein.

Vance-Besuch verfehlt Wirkung

Die Unterstützung aus den USA scheint ebenfalls nicht den gewünschten Effekt zu haben. US-Vizepräsident J.D. Vance reiste am 7. April nach Budapest, um für Orbán Wahlkampf zu machen. Bei einer großen Veranstaltung rief er sogar Präsident Trump per Handy an und stellte ihn auf laut.

Während die anwesenden Fidesz-Anhänger jubelten, deutet die Entwicklung der Wettquoten darauf hin, dass dieser Besuch bei der breiten Bevölkerung eher kontraproduktiv gewirkt haben könnte. Kurz nach Vances Auftritt sanken Orbáns Chancen in den Wettprognosen weiter.

Kreml bereitet sich auf Niederlage vor

Interessanterweise bereitet sich offenbar sogar der Kreml auf eine mögliche Orbán-Niederlage vor. Wie das russische Anti-Putin-Medium Medusa unter Berufung auf Kreml-Insider berichtet, würde eine Niederlage Orbáns von den staatlich kontrollierten russischen Medien als von der Europäischen Union organisierte "Farbrevolution" dargestellt werden.

Diese Vorbereitungen deuten darauf hin, dass man selbst in Moskau nicht mehr mit einem Sieg des langjährigen ungarischen Regierungschefs rechnet. Die enge Verbindung zum Kreml, die Orbán einst als Stärke präsentierte, könnte sich nun als Belastung erweisen.

Ausblick auf den Wahltag

Am Sonntag, dem 12. April, entscheiden die ungarischen Wähler über die Zukunft ihres Landes. Während Orbán auf seine bewährten Strukturen und internationalen Verbündeten setzt, profitiert Herausforderer Péter Magyar offenbar von der wachsenden Unzufriedenheit mit der aktuellen Regierung und ihren internationalen Verflechtungen.

Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass internationale Unterstützung nicht automatisch zu heimischen Wahlerfolgen führt. Im Gegenteil: Sie kann bei einer kritischen Bevölkerung sogar kontraproduktiv wirken. Die ungarische Wahl wird somit nicht nur über die Zukunft des Landes entscheiden, sondern auch Aufschluss darüber geben, wie sich internationale Allianzen auf nationale Wahlen auswirken.

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