IOC streicht Nordische Kombination aus Olympia-Programm 2030
Nordische Kombination fliegt aus Olympia-Programm

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Nordische Kombination aus dem Programm der Olympischen Winterspiele gestrichen. Die traditionsreiche Sportart, die seit den ersten Winterspielen 1924 in Chamonix zum olympischen Kanon gehört, wird bei den Spielen 2030 in den französischen Alpen nicht mehr vertreten sein. Die Entscheidung fiel durch die IOC-Exekutive, die das Wettkampfprogramm für 2030 überarbeitete.

Ende einer Ära nach über 100 Jahren

Die Nordische Kombination, die aus Skispringen und Langlauf besteht, war fester Bestandteil der Winterspiele. Mit der Streichung verliert eine der ältesten olympischen Wintersportarten ihren Status. Das IOC begründete den Schritt mit der Notwendigkeit, das Programm zu modernisieren und Platz für neue, attraktivere Disziplinen zu schaffen. Die Nordische Kombination habe in den letzten Jahren an Zuschauerinteresse und globaler Verbreitung verloren.

Betroffen sind sowohl die Einzelwettbewerbe der Männer als auch die erst 2021 eingeführte Frauen-Nordische Kombination. Letztere war bei den Spielen in Peking 2022 olympisch debütiert. Die Athletinnen und Athleten reagierten enttäuscht. „Das ist ein schwerer Schlag für unseren Sport“, sagte der deutsche Kombinierer Vinzenz Geiger. „Wir haben jahrelang für die Aufnahme der Frauen gekämpft, und jetzt wird uns der Boden unter den Füßen weggezogen.“

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Auswirkungen auf Athleten und Verbände

Die Streichung hat weitreichende Konsequenzen für nationale Verbände und Athleten. Länder wie Deutschland, Norwegen und Österreich, die traditionell stark in der Nordischen Kombination sind, verlieren eine olympische Medaillenchance. Der Deutsche Skiverband (DSV) kritisierte die Entscheidung scharf. „Die Nordische Kombination ist ein Kernbestandteil des Wintersports. Das IOC ignoriert die historische Bedeutung und die Leidenschaft der Fans“, so ein DSV-Sprecher.

Für die Athleten bedeutet der Olympia-Ausschluss einen Rückschlag in der Karriereplanung. Viele haben ihr Training auf die Spiele ausgerichtet. „Wir müssen jetzt neue Ziele finden, aber Olympia war der Höhepunkt“, erklärte die norwegische Kombiniererin Gyda Westvold Hansen. Die internationale Förderung des Sports könnte zurückgehen, da olympische Anerkennung oft Voraussetzung für staatliche Finanzierung ist.

Reform des olympischen Programms

Das IOC verfolgt mit der Programmreform das Ziel, die Spiele jünger und urbaner zu machen. Neue Sportarten wie Skateboard, Surfen und Sportklettern wurden in den letzten Jahren aufgenommen. Für 2030 stehen weitere Disziplinen zur Debatte. Die Nordische Kombination ist nicht die einzige Traditionssportart, die weichen muss; auch andere Randsportarten stehen unter Druck.

Die Entscheidung fiel auf Basis von Kriterien wie globaler Popularität, Zuschauerzahlen und TV-Einschaltquoten. Laut IOC-Präsident Thomas Bach müsse das Programm „die Entwicklung des Sports widerspiegeln“. Die Nordische Kombination habe diese Anforderungen nicht mehr erfüllt. Die Kritik aus den Verbänden ist jedoch groß: „Das IOC opfert die Seele des Wintersports für kurzfristige Trends“, so ein österreichischer Funktionär.

Die Spiele 2030 in den französischen Alpen werden damit ohne die Nordische Kombination stattfinden. Ob die Sportart eine Chance auf Rückkehr hat, bleibt offen. Das IOC betont, dass Programme regelmäßig überprüft werden. Für die Kombinierer ist es ein herber Verlust, der die Wintersportlandschaft verändern wird.

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