Das Weiße Haus hat bilaterale Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj und dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa am Rande des Nato-Gipfels in Ankara bestätigt. Die Gespräche sind für Mittwochnachmittag geplant, wie die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, am Sonntag vor Journalisten mitteilte. Zuvor hatten beide Seiten bereits gute Gespräche geführt, die nun vertieft werden sollen.
Milliardenschwere Militärhilfe für die Ukraine
Im Vorfeld des Gipfels am 7. und 8. Juli haben die Nato-Bündnisstaaten eine wegweisende Einigung erzielt: Insgesamt 140 Milliarden Euro sollen als Militärhilfe an die Ukraine fließen. Deutschland wird voraussichtlich den größten nationalen Anteil dieser Summe tragen. Polen hingegen hält sich zurück. Ministerpräsident Donald Tusk begründete dies mit dem Schutz der EU-Außengrenze, der Priorität für sein Land habe.
Selenskyj und Trump: Austausch auf hohem Niveau
Die Begegnung zwischen Trump und Selenskyj gilt als zentraler Bestandteil des Gipfels. Beide Staatschefs wollen unter anderem über die weitere militärische Unterstützung, mögliche Friedensperspektiven und die Sicherheitslage in der Region beraten. Das Treffen mit al-Scharaa steht im Zeichen der Lage in Syrien und der Rolle der internationalen Gemeinschaft.
Deutschland als größter Beitragszahler
Die Bundesregierung hat ihre Bereitschaft signalisiert, einen erheblichen Teil der 140 Milliarden Euro zu übernehmen. Konkrete Zahlen wurden zwar nicht genannt, doch laut Kreisen der Bundesregierung soll Deutschland etwa ein Viertel der Gesamtsumme stemmen. Dies unterstreicht die Führungsrolle Berlins in der militärischen Unterstützung der Ukraine innerhalb der Nato.
Polen priorisiert Grenzschutz
Polens Ministerpräsident Tusk stellte klar, dass sein Land sich vorerst nicht an der neuen Hilfsinitiative beteiligen werde. „Wir müssen unsere eigene Sicherheit und die der EU-Außengrenze gewährleisten“, sagte Tusk. Polen habe bereits erheblich zur Unterstützung der Ukraine beigetragen, etwa durch die Aufnahme von Flüchtlingen und logistische Hilfe. Die Zurückhaltung bei der neuen Militärhilfe sei eine strategische Entscheidung.
Gipfel in Ankara: Weitere Themen
Der Nato-Gipfel in Ankara wird sich neben der Ukraine-Hilfe auch mit anderen sicherheitspolitischen Herausforderungen befassen. Dazu gehören die Lage im Nahen Osten, die Beziehungen zu Russland und die Stärkung der östlichen Flanke des Bündnisses. Die Treffen zwischen Trump, Selenskyj und al-Scharaa sind Teil eines dichten Programms, das die Bedeutung der Nato als zentrales Sicherheitsforum unterstreicht.



