Nato-Gipfel in Ankara: Trump umgarnt Meloni ++ Deutschland meldet Rekordausgaben
Nato-Gipfel in Ankara: Trump umgarnt Meloni ++ Rekordausgaben

Der Nato-Gipfel in Ankara geht in den zweiten Tag. US-Präsident Donald Trump findet für Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni überraschend milde Worte, während Deutschland Rekordausgaben für das Bündnis meldet. Die Kriege im Iran und in der Ukraine sowie die Lastenverteilung im Bündnis bieten beim Treffen der 32 Staats- und Regierungschefs in der türkischen Hauptstadt reichlich Zündstoff. Kann Nato-Generalsekretär Mark Rutte trotz dieser schwierigen Ausgangslage wie im vergangenen Jahr in Den Haag einen erfolgreichen Gipfel organisieren?

Trump umgarnt Meloni – Signal der Einheit?

Donald Trump zeigte sich bei bilateralen Gesprächen mit Giorgia Meloni auffallend kooperativ. Beobachter werten dies als Versuch, die italienische Regierungschefin auf seine Linie zu bringen. Meloni, die in der Vergangenheit mehrfach transatlantische Solidarität betont hatte, reagierte zurückhaltend. „Italien steht fest zur Nato und zu einer gerechten Lastenverteilung“, sagte sie am Rande des Gipfels. Die Annäherung könnte als Signal der Einheit in einer Zeit wachsender Spannungen verstanden werden.

Deutschland meldet Rekordausgaben für Verteidigung

Bundeskanzler Olaf Scholz verkündete am zweiten Gipfeltag, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben auf ein Rekordniveau von 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gesteigert habe. „Wir nehmen unsere Verantwortung im Bündnis ernst“, so Scholz. Dies übertrifft das bisherige Zwei-Prozent-Ziel deutlich und könnte den Druck auf andere Bündnispartner erhöhen, ebenfalls mehr zu investieren. Die USA hatten wiederholt gefordert, dass alle Nato-Staaten mindestens drei Prozent ihres BIP für Verteidigung ausgeben sollten.

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Rüstungswettlauf mit Russland: Nato unter Druck

Ein zentrales Thema des Gipfels ist die Sorge, die Nato könne den Rüstungswettlauf mit Russland verlieren. Experten warnen, dass die Bündnisstrukturen zu langsam und schwerfällig seien, um mit der russischen Aufrüstung Schritt zu halten. „Putin setzt auf Masse und Geschwindigkeit – da müssen wir nachlegen“, sagte ein hochrangiger Nato-Diplomat. Die Diskussionen in Ankara drehen sich daher auch um neue Rüstungsprojekte, darunter das Aufklärungsflugzeug GlobalEye, das die Nato erhalten soll. Allerdings könnte dieser Deal US-Präsident Trump verärgern, der auf amerikanische Produkte setzt.

Erdoğans Machtdemonstration im neuen Palast

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan nutzt den Gipfel, um seine wiedererstarkte Position zu demonstrieren. Der Empfang im riesigen neuen Präsidentenpalast in Ankara gilt als Symbol seiner Macht. Erdoğan hatte in den vergangenen Jahren innenpolitisch und außenpolitisch an Einfluss gewonnen. Beobachter sehen darin eine bewusste Inszenierung, um die Nato-Partner an die Bedeutung der Türkei als strategischen Brückenkopf zu erinnern.

Krisen in Iran und Ukraine belasten Bündnis

Die Kriege im Iran und in der Ukraine überschatten den Gipfel. Während die Nato-Staaten geschlossen hinter der Ukraine stehen, gibt es beim Iran-Konflikt unterschiedliche Positionen. Insbesondere die USA drängen auf eine härtere Gangart, während europäische Staaten auf diplomatische Lösungen setzen. Die Spannungen in der Straße von Hormus verschärfen die Lage zusätzlich. Militärexperte Carlo Masala betonte in einer Podcast-Folge: „Die Eskalation im Iran ist eine der größten Herausforderungen für die Nato seit dem Kalten Krieg.“

Ausblick: Gipfelergebnisse und weitere Entwicklung

Der Nato-Gipfel in Ankara wird voraussichtlich mit einer gemeinsamen Erklärung enden, die die Einheit des Bündnisses betont. Ob die Differenzen in den zentralen Fragen jedoch überbrückt werden können, bleibt abzuwarten. Für Generalsekretär Rutte steht viel auf dem Spiel: Nach dem erfolgreichen Gipfel in Den Haag im Vorjahr erwartet die internationale Gemeinschaft auch in Ankara konkrete Beschlüsse. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob Trump und die Europäer einen gemeinsamen Kurs finden oder ob das Zerwürfnis droht.

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