Nach dem schmachvollen WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay steht Julian Nagelsmann als Bundestrainer massiv in der Kritik. DFB-Präsident Bernd Neuendorf kündigte an, nicht einfach zur Tagesordnung übergehen zu können. Die Frage nach einem möglichen Nachfolger drängt sich auf. Wer könnte den 38-Jährigen beerben? Eine Übersicht der prominentesten Kandidaten.
Jürgen Klopp: Der Wunschkandidat der Fans
Der frühere Erfolgstrainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool wird von vielen Fans bereits seit dem Abgang von Joachim Löw und Hansi Flick als idealer Kandidat gehandelt. Bislang passten der vermeintliche Bundestrainer der Herzen und der DFB jedoch nicht zusammen. Aktuell ist Klopp als Head of Global Soccer bei Red Bull tätig und bei der WM als Experte für MagentaTV im Einsatz. Auf die Frage nach seinen Ambitionen antwortete er ausweichend: „Das ist nicht der Moment. Es gibt dazu nichts zu sagen.“ Ein klares Dementi war das nicht.
Thomas Tuchel: Unter Vertrag bei den Engländern
Auch Thomas Tuchel wurde immer wieder als Bundestrainer der Zukunft genannt. Mit Borussia Dortmund, dem FC Chelsea und Paris Saint-Germain feierte er große Erfolge, beim FC Bayern war seine Zeit weniger von Triumphen geprägt. Derzeit ist der frühere FIFA-Welttrainer als Nationalcoach der englischen Nationalmannschaft angestellt. Am morgigen Tag trifft er mit den Three Lions auf Außenseiter DR Kongo. Ein Scheitern bei der WM würde wohl auch in England eine Trainerdebatte auslösen – der Deutsche auf der Bank wird traditionell kritisch gesehen.
Sebastian Hoeneß: Der Shootingstar aus Stuttgart
Der Neffe von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat sich als Trainer des VfB Stuttgart einen exzellenten Ruf erarbeitet. Er führte die Schwaben 2025 zum Pokalsieg und wurde bereits als künftiger Trainer des Rekordmeisters gehandelt. Dass der DFB sich in der Bundesliga umschaut, erscheint nur logisch. Der aktuelle Bayern-Trainer Vincent Kompany ist mit seinem Vertrag bis 2029 praktisch nicht verfügbar. Hoeneß' Vertrag bei Stuttgart läuft zwar noch bis 2028, doch was, wenn der DFB in höchster Not anruft? VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle ist zudem Vorsitzender des Aufsichtsrats der DFB GmbH & Co. KG.
Oliver Glasner: Der erste ausländische Bundestrainer?
Der Österreicher wäre der erste Ausländer im Bundestrainer-Amt. Mit Eintracht Frankfurt gewann er 2022 die Europa League, mit Crystal Palace in diesem Jahr die Conference League. Seine Zeit bei den Engländern beendete er im Sommer von sich aus und wäre somit frei verfügbar. Allerdings muss sich der DFB eventuell beeilen: Glasners Name wird auch bei den ebenfalls früh bei der WM gescheiterten Niederländern gehandelt.
Pep Guardiola: Der Übertrainer als Option
Der Spanier, der als Übertrainer des vergangenen Jahrzehnts gilt, feierte im Sommer einen tränenreichen Abschied von Manchester City. Nach Stationen beim FC Barcelona und FC Bayern, wo er einst legendär den Kauf von Thiago forderte („Thiago, oder nix“), führte er die Engländer durch eine Erfolgsära. Der 55-Jährige strebt stets das Maximum an, eine Nationalmannschaft hat er jedoch noch nicht trainiert. Ein Engagement beim DFB wäre eine Premiere.



