Gedenkgottesdienst in Stade nach tödlicher Tat mit sechs Toten
Gedenkgottesdienst in Stade nach tödlicher Tat

Einen Tag nach der schockierenden Tat in Stade, bei der sechs Menschen durch Schüsse getötet wurden, strömten Hunderte Trauernde in die St.-Wilhadi-Kirche. Polizisten, Feuerwehrleute, Angehörige und Kollegen suchten in dem roten Backsteingebäude Trost. Viele fanden keinen Sitzplatz und mussten stehen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Zahlreiche Trauergäste brachten Blumen mit, um ihre Anteilnahme auszudrücken.

Gedenken unter Ausschluss der Medien

Die Medien waren von der Andacht ausgeschlossen, Foto- und Videoaufnahmen wurden verboten, um die würdevolle Stimmung nicht zu stören. Die Kirche wurde von zahlreichen Polizisten gesichert, um mögliche Störungen zu verhindern. Die Anteilnahme in der Bevölkerung war überwältigend.

Mitgefühl von Niedersachsens Ministerpräsident

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sprach den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus. „Uns allen ist sehr bewusst: Es wird viel Zeit brauchen, bis diese Wunde langsam heilen kann“, sagte er. „Wenn das Unbeschreibliche, das Undenkbare passiert, bleibt die Zeit stehen. Nichts ist mehr so, wie es gestern Morgen noch war.“ Besonders schmerzhaft sei der Gedanke, dass in der Jugendhilfeeinrichtung Menschen aus dem Leben gerissen wurden, die sich für ein gutes Miteinander eingesetzt hätten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die Opfer und der mutmaßliche Täter

Bei den Opfern handelte es sich um drei Mitarbeiter des Jugendamtes der Region Hannover und drei einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade. Die Polizeidirektion Lüneburg bestätigte, dass es sich um zwei Frauen und einen Mann handelte. Die Kollegen aus Hannover waren zu einem Hilfeplangespräch in der Einrichtung. Ein 45-jähriger Mann aus dem Raum Hannover soll die sechs Menschen erschossen haben. Hintergrund sei möglicherweise ein Sorgerechtsstreit.

„Das Böse darf nicht siegen“

In seiner Ansprache erinnerte Lies an die Worte „Sei Mensch“ der NS-Überlebenden Margot Friedländer. Das Böse dürfe niemals siegen – auch wenn es sich im Moment so anfühle. „Die Liebe, die Hoffnung und die Gemeinschaft sind immer stärker“, betonte er. „Haben wir gemeinsam den Mut zu glauben, dass das Böse niemals über das Gute triumphiert.“ Acht Kerzen sollten entzündet werden: sechs für die Opfer, eine für die drei Monate alte unverletzte Tochter des mutmaßlichen Schützen und eine für die Einsatzkräfte.

Weiteres Gedenken in Hannover

Am Mittwoch ist zudem in der Marktkirche Hannover ein Gedenken für die drei Mitarbeiter der Jugendhilfe der Region Hannover geplant. Mit Gebeten, Texten und Musik soll ein Zeichen der Verbundenheit gesetzt werden, auch für alle Mitarbeitenden der Jugendämter. An der Jugendhilfeeinrichtung in der Dankersstraße in Stade legten am Dienstag Anwohner Blumen ab oder stellten Kerzen auf, trotz der Absperrungen. Die Tat sorgt weiterhin für große Bestürzung in der Bevölkerung.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration