Umfrage enthüllt: Mehrheit der Amerikaner kritisiert Trumps Iran-Krieg als überzogen
Eine neue repräsentative Umfrage der US-Nachrichtenagentur AP in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Forschungsinstitut NORC an der Universität von Chicago zeigt eine deutliche Ablehnung der US-Militäraktion gegen den Iran. Rund 59 Prozent der befragten Amerikaner geben an, dass das Vorgehen der USA unter Präsident Donald Trump (79) zu weit geht. Der Konflikt, der von den USA und Israel begonnen wurde, dauert inzwischen vier Wochen an und entwickelt sich für Trump zunehmend zu einem politisch heiklen Thema.
Spritpreis-Angst als zentrales Sorgenkind
Während Trump weitere Kriegsschiffe und Soldaten in den Nahen Osten entsendet, macht vielen Bürgern vor allem der rapide steigende Benzinpreis zu schaffen. Die Umfrage offenbart, dass 45 Prozent der Amerikaner sehr besorgt sind, sich in den kommenden Monaten Sprit leisten zu können. Dieser Wert hat sich seit Trumps Wiederwahl deutlich erhöht, als nur 30 Prozent diese Sorge äußerten. Damals hatte der Präsident noch versprochen, die Wirtschaft zu stärken und die Lebenshaltungskosten zu senken – ein Versprechen, das angesichts der aktuellen Entwicklung in Frage gestellt wird.
Breite Zustimmung für Ziele, aber Kritik an der Umsetzung
Interessanterweise gibt es eine breite Zustimmung für bestimmte außenpolitische Ziele. Rund zwei Drittel der Befragten halten es für sehr wichtig, dass der Iran keine Atomwaffe erhält. Gleichzeitig sagen ähnlich viele, es sei entscheidend, steigende Öl- und Gaspreise zu verhindern. Diese Übereinstimmung in den Zielen steht jedoch im starken Kontrast zur Kritik an der konkreten Umsetzung durch die Trump-Administration.
Politische Polarisierung in der Bewertung
Die Umfragewerte zeigen eine tiefe politische Spaltung in der amerikanischen Gesellschaft. Bei den Demokraten sagen rund neun von zehn Befragten, die Angriffe auf den Iran seien zu weit gegangen. Bei den Unabhängigen sind es etwa sechs von zehn. Die Republikaner sind gespalten: Etwa die Hälfte hält das Vorgehen für in Ordnung, rund 20 Prozent finden, es sei nicht weit genug gegangen, und selbst ein Viertel der Republikaner kritisiert, Trump sei zu weit gegangen.
Ablehnung von Bodentruppen im Iran
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt der Umfrage ist die klare Ablehnung einer Eskalation des Konflikts. Rund 60 Prozent der Amerikaner lehnen es eher oder stark ab, US-Bodentruppen im Iran einzusetzen. Diese Ablehnung zieht sich durch alle politischen Lager: Unter den Demokraten sind es etwa acht von zehn, bei den Republikanern rund die Hälfte, die eine solche Maßnahme ablehnen.
Stabile Zustimmungswerte mit wachsender Skepsis
Obwohl die allgemeinen Zustimmungswerte für Präsident Trump stabil bleiben – etwa vier von zehn Erwachsenen billigen seine Arbeit als Präsident, unverändert zum Vormonat – zeigt sich in spezifischen Bereichen wachsende Skepsis. In der Außenpolitik liegt seine Zustimmung bei nur 34 Prozent, beim Thema Iran sogar bei lediglich 35 Prozent. Diese Zahlen deuten auf eine zunehmende Diskrepanz zwischen allgemeiner Unterstützung und konkreter Politikbewertung hin.
Die repräsentative Umfrage wurde vom 19. bis 23. März durchgeführt und basiert auf Befragungen von 1150 Erwachsenen. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus vier Prozentpunkten. Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Nation, die zwar bestimmte außenpolitische Ziele unterstützt, aber die aktuelle militärische Eskalation und ihre wirtschaftlichen Folgen zunehmend kritisch sieht.



