Macron in Damaskus: Frankreich gibt 50 Millionen Euro aus Assad-Vermögen zurück
Macron in Syrien: 50 Millionen Euro aus Assad-Vermögen zurück

Bei einem historischen Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Dienstagmorgen zwei Bombenanschläge in unmittelbarer Nähe seines Hotels verübt worden. Nach Angaben des syrischen Innenministeriums wurden bei den Explosionen 18 Menschen verletzt, darunter vier Polizeibeamte. Die Sprengsätze detonierten in einem Papierkorb und einem Fahrzeug; das Innenministerium sprach von „selbstgebauten“ Sprengsätzen. Fenster des gegenüberliegenden Tourismusministeriums gingen zu Bruch. Macron war zu diesem Zeitpunkt bereits zu seinem Treffen mit Interimspräsident Ahmed al-Sharaa aufgebrochen.

Erster Besuch eines westlichen Staatschefs seit Assad-Sturz

Macron war am Montagabend in Damaskus eingetroffen. Er ist der erste westliche Staatschef, der das frühere Bürgerkriegsland Syrien seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 besucht. Im Mai 2025 hatte Macron bereits als erster westlicher Staatschef Sharaa zu einem Besuch in Paris empfangen. Der frühere Anführer der islamistischen HTS-Miliz führt nun die syrische Übergangsregierung an. Seit dem Sturz Assads hat es in Damaskus mehrere Anschläge gegeben; erst am vergangenen Donnerstag waren bei einem Bombenanschlag in einem Café zehn Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden.

Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen auf Botschafterebene

Sharaa gab bekannt, er habe mit Macron vereinbart, die Beziehungen beider Länder auf Botschafterebene „so bald wie möglich“ wieder aufzunehmen. Die französische Botschaft in Damaskus war 2012, ein Jahr nach Beginn des Bürgerkriegs, geschlossen worden. Derzeit wird Frankreich in Syrien durch einen Geschäftsträger vertreten. Macron und Sharaa eröffneten zudem ein Wirtschaftsforum „zum Aufbau Syriens und von strategischen Korridoren“.

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50 Millionen Euro aus Assad-Vermögen zurückgegeben

Macron versprach, sein Land werde Vermögenswerte der gestürzten syrischen Assad-Regierung im Wert von mehr als 50 Millionen Euro an Syrien zurückgeben. Dabei handle es sich um unrechtmäßig erworbene Vermögenswerte eines Mitglieds der Familie des früheren Machthabers. Der syrische Präsident sagte, er wünsche sich Frankreich als wichtigsten Partner seines Landes. Macron, der von einer französischen Wirtschaftsdelegation begleitet wurde, sagte, neben dem Wiederaufbau sei eines der Ziele der Partnerschaft, Syrien langfristig zu einem regionalen „Hub“ aufzubauen. Das Land sei jedoch noch mit vielen Herausforderungen konfrontiert.

TotalEnergies-Chef sieht Syrien als alternative Route zur Straße von Hormus

Der Chef des französischen Energiekonzerns TotalEnergies, Patrick Pouyanné, hatte zuvor von Syrien als einer möglichen „alternativen Route“ zur Straße von Hormus im Persischen Golf gesprochen. Die Sicherheitslage lasse es derzeit noch nicht zu, sie zu nutzen, aber der Besuch in Damaskus sei eine „positive Initiative“, sagte er vor Journalisten, kurz bevor die Nachricht von den beiden Explosionen bekannt wurde. Im April hatte bereits der Irak bekanntgegeben, dass er angesichts der Blockade der Straße von Hormus im Irankrieg damit begonnen habe, Öl per Lastwagen durch Syrien zu exportieren. Die beiden Länder nahmen im Juni Gespräche über den Energie-Transit und eine mögliche Wiederinbetriebnahme einer Öl-Pipeline auf.

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