Nach dem Aus für das europäische Kampfjet-Projekt FCAS könnte Deutschland einem neuen Rüstungsbündnis beitreten. Lorenzo Mariani, seit einem Monat Chef des staatlich kontrollierten italienischen Rüstungskonzerns Leonardo, signalisiert in einem Interview mit der „Financial Times“ Bereitschaft, Berlin in das Global Combat Air Programme (GCAP) aufzunehmen – das Gemeinschaftsprojekt Italiens, Großbritanniens und Japans zur Entwicklung eines Kampfjets der sechsten Generation.
Bedingungen für einen deutschen Einstieg
Ein Einstieg hätte allerdings seinen Preis: „Wenn man jetzt eine neue Nation mit denselben Rechten wie die anderen drei einbringen wollte, wäre das etwas störend“, sagte Mariani. Dennoch seien die langfristigen Vorteile klar – vor allem finanzieller und industrieller Natur. Berlin hat inzwischen klargemacht, dass ein Einstieg in ein bestehendes Projekt nur infrage kommt, wenn Deutschlands Rolle „substanziell“ ist und seinem finanziellen Beitrag entspricht.
FCAS-Scheitern als Wendepunkt
Das Scheitern des französisch-deutsch-spanischen Konkurrenzvorhabens FCAS überraschte Mariani nach eigenen Angaben nicht. Trotz politischen Drucks von Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz auf Airbus und Dassault sei das 100-Milliarden-Euro-Projekt an industriellen Grundsatzfragen gescheitert – an der Aufteilung von Aufgaben, gemeinsamen Zielen und geteilter Verantwortung.
Japan bremst
Japan hingegen bremst: Tokio will keine neuen Partner zulassen, die den anvisierten Zeitplan gefährden könnten – GCAP soll bis 2035 einsatzbereit sein. Mariani warnte vor Verzögerungen durch einen deutschen Einstieg, betonte aber die langfristigen Vorteile einer Beteiligung.
Alternativen für Deutschland
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