Der Tod der elfjährigen Lyhanna erschüttert Frankreich. Die Leiche des Mädchens wurde am Donnerstag in einem Getreidesilo in einer Ortschaft nahe Toulouse entdeckt. Die Obduktion bestätigte, dass es sich um die seit einer Woche vermisste Lyhanna handelt. Die genaue Todesursache ist noch unklar; weitere Untersuchungen sind erforderlich.
Verdächtiger in Untersuchungshaft
Ein 41-jähriger Mann, Vater einer Schulkameradin, hatte das Mädchen am Freitag der Vorwoche mit dem Auto mitgenommen – angeblich, um es auf seinen Wunsch hin am Schwimmbad abzusetzen. Er sitzt seit mehreren Tagen in Untersuchungshaft. Die Polizei verdächtigt ihn, mit dem Verschwinden und Tod des Kindes in Verbindung zu stehen.
Mehrere Anzeigen blieben folgenlos
Wie sich herausstellte, gab es gegen den Mann mehrere Anzeigen und Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung von Minderjährigen. Die Justiz stellte die Verfahren teils ein oder ließ sie schleifen. Seit der letzten Anzeige im August 2025 wurde der Mann nicht einmal von der Polizei vernommen, berichtete die Zeitung „Le Figaro“. Dieses Versagen sorgt landesweit für Empörung.
Macron fordert Konsequenzen
Präsident Emmanuel Macron äußerte sich bestürzt: „Es ist offensichtlich, dass es hier ein Versagen gibt. Schwachstellen sind zutage getreten, die geklärt werden müssen – ebenso wie die Verantwortlichkeiten.“ Justizminister Gérald Darmanin bezeichnete den Umgang der Justiz mit den Hinweisen als „völlig inakzeptabel“ und sprach von einem „Versagen“.
Der Fall Lyhanna ist in Frankreich zum Nachrichtenthema Nummer eins geworden. Viele Menschen und Politiker zeigen sich erschüttert, dass die Justiz den Schutz von Kindern offenbar nicht gewährleisten kann. Die Debatte über notwendige Reformen des Justizsystems ist neu entbrannt.



