Kubas Präsident warnt vor US-Invasion: »Wenn wir sterben müssen, werden wir sterben«
Kubas Präsident warnt vor US-Invasion und Konsequenzen

Kubas Präsident zeichnet düsteres Bild bei möglicher US-Invasion

In einem aktuellen Interview mit dem US-Sender NBC News hat Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel ein alarmierendes Szenario für den Fall einer militärischen Invasion durch die Vereinigten Staaten gezeichnet. Der karibische Staatschef bekräftigte zwar seinen Willen zum Dialog, zeigte sich zugleich aber entschlossen, das Land notfalls mit allen Mitteln zu verteidigen.

»Eine Invasion hätte ihren Preis«

Díaz-Canel warnte deutlich vor den Konsequenzen einer möglichen US-Militäraktion. »Eine Invasion Kubas hätte ihren Preis«, erklärte er in dem Gespräch, das in Havanna stattfand. »Sie würde die Sicherheit Kubas, der Vereinigten Staaten und der gesamten Region beeinträchtigen.« Sollte es tatsächlich zu Kampfhandlungen kommen, werde sich die sozialistische Inselrepublik zur Wehr setzen.

Der kubanische Präsident bekräftigte mit kämpferischen Worten die Verteidigungsbereitschaft seiner Regierung: »Wenn wir sterben müssen, werden wir sterben«, sagte Díaz-Canel und bezog sich dabei auf die Nationalhymne seines Landes. »Denn wie es dort heißt: ›Für das Vaterland zu sterben, heißt, zu leben‹.«

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Dialogbereitschaft bei gleichzeitiger Ablehnung von Forderungen

Trotz der deutlichen Warnungen zeigte sich der kubanische Staatschef offen für Gespräche mit Washington. »Wir wollen keinen Krieg«, betonte er im Interview. Allerdings wies er zentrale Forderungen der USA zurück, die unter anderem die Freilassung politischer Gefangener, die Einführung von Mehrparteienwahlen sowie die Anerkennung unabhängiger Gewerkschaften und einer freien Presse betreffen.

Díaz-Canel erklärte, solche Forderungen seien an Kuba nicht offiziell gestellt worden. Mit Blick auf das politische System und die verfassungsmäßige Ordnung seines Landes machte er deutlich: »Diese Fragen sind nicht Gegenstand von Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.«

Hintergrund: Wachsende Spannungen und wirtschaftliche Krise

Die Aussagen des kubanischen Präsidenten fallen in eine Phase zunehmender diplomatischer und politischer Spannungen zwischen beiden Ländern. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mit schärferem Vorgehen gegenüber Kuba gedroht und von einer möglichen »Übernahme« gesprochen. Am 16. März erklärte er: »Ich glaube, ich werde die Ehre haben, Kuba einzunehmen« und fügte hinzu: »Ob ich es nun befreie oder einnehme. Ich glaube, ich kann damit machen, was ich will.«

Der sozialistische Inselstaat steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die sich durch verschiedene Faktoren dramatisch verschärft hat:

  • Ein seit drei Monaten geltendes US-Ölembargo belastet die Energieversorgung
  • Der wichtigste Öllieferant Venezuela fiel nach US-Intervention aus
  • Akute Energieknappheit führt zu häufigen Stromausfällen
  • Versorgungsengpässe bei Grundgütern nehmen zu

Ende März erhielt Kuba erstmals seit Monaten wieder eine Öllieferung aus Russland. Das Schiff brachte laut Medienberichten etwa 100.000 Tonnen Rohöl auf die Karibikinsel. Die Lieferung war zuvor von der US-Regierung genehmigt worden, bedeutet nach Angaben aus Washington jedoch keine grundsätzliche Änderung der Sanktionspolitik gegenüber Havanna. Entsprechende Entscheidungen würden weiterhin von Fall zu Fall getroffen.

Die wirtschaftliche Notlage Kubas verschärft die politische Situation zusätzlich. Während die Regierung in Havanna um das Überleben des sozialistischen Systems kämpft, erhöht die US-Administration den Druck auf das Karibikland. Díaz-Canels Aussagen spiegeln diese prekäre Lage wider – einerseits die Bereitschaft zum Dialog, andererseits die entschlossene Verteidigungsbereitschaft für den Ernstfall.

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