Kubas Präsident warnt USA vor militärischer Eskalation und kündigt Widerstand an
In einer deutlichen Warnung an die Vereinigten Staaten hat Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel vor einer militärischen Eskalation des langjährigen Konflikts zwischen den beiden Ländern gewarnt. In einem exklusiven Interview mit dem US-Sender NBC News betonte der sozialistische Staatschef, dass Kuba im Falle eines Angriffs entschlossenen Widerstand leisten werde.
„Wenn das passiert, wird es Kämpfe geben“
„Wenn das passiert, wird es Kämpfe geben, und es wird einen Widerstand geben, und wir werden uns verteidigen, und wenn wir sterben müssen, werden wir sterben, denn wie unsere Nationalhymne sagt: 'Für das Vaterland zu sterben, heißt, zu leben'“, erklärte Díaz-Canel mit deutlichen Worten. Gleichzeitig zeigte er sich jedoch offen für diplomatische Gespräche mit Washington und betonte: „Wir wollen keinen Krieg.“
Die Aussagen des kubanischen Präsidenten fallen in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen Havanna und Washington. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mit einem verschärften Vorgehen gegenüber Kuba gedroht und sogar von einer möglichen „Übernahme“ des Inselstaates gesprochen.
Politische Zugeständnisse ausgeschlossen
Auf konkrete Forderungen der USA nach politischen Reformen – darunter die Freilassung inhaftierter Regierungskritiker, die Einführung von Mehrparteienwahlen sowie die Anerkennung unabhängiger Gewerkschaften und einer freien Presse – ging Díaz-Canel nicht ein. Er wies darauf hin, dass solche Forderungen offiziell nicht an Kuba gestellt worden seien und betonte, dass Fragen des politischen Systems und der verfassungsmäßigen Ordnung nicht verhandelbar seien.
Die Behauptung, dass auf Kuba systematisch politische Gefangene inhaftiert würden, bezeichnete der Präsident als „große Lüge“. Damit machte er deutlich, dass er keine Zugeständnisse in diesen Bereichen plant, trotz der Bereitschaft zum Dialog auf anderen Ebenen.
Wirtschaftskrise und Energieknappheit verschärfen Lage
Der sozialistische Inselstaat steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise, die sich durch ein US-Ölembargo in den letzten drei Monaten dramatisch zugespitzt hat. Der Verlust des wichtigsten Öllieferanten Venezuela, nachdem die USA dort Anfang Januar den Machtwechsel forciert hatten, hat die Situation zusätzlich verschlechtert.
Kuba leidet unter akuter Energieknappheit, häufigen Stromausfällen und erheblichen Versorgungsengpässen. Ende März erhielt das Land erstmals seit Monaten wieder eine Öllieferung aus Russland, nachdem andere Lieferanten unter dem Druck der US-Sanktionen abgesprungen waren. Das Schiff transportierte laut Medienberichten etwa 100.000 Tonnen Rohöl nach Kuba.
US-Genehmigung für Öllieferung ohne Politikwechsel
Interessanterweise wurde diese Lieferung zuvor von der US-Regierung genehmigt. Allerdings betonten Vertreter Washingtons, dass dies keine Änderung der bestehenden Sanktionspolitik gegenüber Havanna bedeute. Entsprechende Entscheidungen würden weiterhin von Fall zu Fall getroffen, hieß es aus offiziellen Kreisen.
Diese Entwicklung unterstreicht die komplexe und widersprüchliche Natur der aktuellen Beziehungen zwischen Kuba und den USA: Während einerseits militärische Drohungen im Raum stehen und politische Forderungen unverhandelbar bleiben, gibt es andererseits pragmatische Entscheidungen wie die Genehmigung der Öllieferung, die das Überleben der kubanischen Bevölkerung sichern sollen.
Die Situation bleibt angespannt, wobei Kubas Präsident deutlich gemacht hat, dass sein Land im Ernstfall bereit ist, bis zum Äußersten zu gehen, um seine Souveränität und politische Ordnung zu verteidigen.



