Kolumbien: Rechter Hardliner De La Espriella gewinnt Stichwahl
Kolumbien: Rechtsruck bei Präsidentschaftswahl

Bei der Stichwahl um die Präsidentschaft in Kolumbien steht der rechte Hardliner Abelardo De La Espriella vor einem klaren Sieg. Nach Auszählung von knapp 95 Prozent der Stimmen kommt der 47-jährige Politik-Neuling auf 50,1 Prozent, wie die nationale Wahlbehörde am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Sein linker Rivale Ivan Cepeda liegt mit 48,4 Prozent rund 368.000 Stimmen zurück. Rund 400.000 Wähler gaben leere Stimmzettel ab, was als Protestwahl gewertet wird.

De La Espriella: Politischer Außenseiter mit harter Linie

Der Anwalt und Geschäftsmann De La Espriella präsentiert sich als politischer Außenseiter, der noch nie ein politisches Amt bekleidete. Im Wahlkampf kündigte er ein hartes Vorgehen gegen die Kriminalität, den Bau von zehn Großgefängnissen sowie ein Ende der Friedensgespräche mit bewaffneten Gruppen an. Sein Stil wird oft mit dem von El Salvadors Präsidenten Nayib Bukele verglichen.

Wirtschaftspolitische Versprechen und Kontinuität bei Sozialmaßnahmen

Wirtschaftspolitisch will De La Espriella den kolumbianischen Öl- und Gassektor fördern, Steuern senken und den Staatsapparat um bis zu 40 Prozent verkleinern. Zugleich kündigte er an, die vom amtierenden linken Präsidenten Gustavo Petro eingeführte Erhöhung des Mindestlohns um 23 Prozent sowie andere beliebte Sozialmaßnahmen beizubehalten.

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Cepeda: Kontinuität der linken Politik

Der 63-jährige Senator Cepeda hatte dagegen versprochen, die Politik Petros fortzusetzen und weitreichende Sozialreformen umzusetzen. Dazu gehörten staatliche Rentenzahlungen für Arme, höhere Steuern für Besserverdienende, Landzuweisungen an Konfliktopfer sowie ein Stopp neuer Ölprojekte.

Herausforderungen für den neuen Präsidenten

Auf den künftigen Präsidenten warten große Herausforderungen: Er muss eine hohe Staatsverschuldung bewältigen und trifft auf einen gespaltenen Kongress, der Reformvorhaben blockieren könnte. In der ersten Wahlrunde Anfang Juni hatte keiner der beiden Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht.

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