König Charles legt erstmals private Steuern offen – Unruhe im Palast
König Charles legt erstmals Steuern offen – Unruhe im Palast

König Charles III. (77) bricht mit einer jahrzehntelangen Tradition: Am Donnerstag will er seine persönlichen Steuerzahlungen als Teil des Berichts über die königlichen Finanzen veröffentlichen. Diesen Schritt wagte vor ihm noch kein britischer Monarch. Ziel ist es, dem Volk größtmögliche Transparenz zu beweisen. Doch die Entscheidung stößt auch auf Widerstand.

Steuerbefreiung für Monarchen – Charles zahlt freiwillig

Als Monarch ist Charles eigentlich von den meisten Steuern wie Einkommensteuer, Kapitalertragsteuer und Erbschaftsteuer befreit. Doch er zahlt sie freiwillig, so wie es Königin Elizabeth II. (†96) 1993 eingeführt hatte. Neu ist, dass die genauen Steuerzahlungen auf seine Millionen-Einkünfte aus Immobilien, Investitionen und Landbesitz – darunter die königlichen Anwesen Balmoral und Sandringham – offengelegt werden.

Charles verdient Millionen durch Immobilien. Darüber hinaus erhält er jährliche Einkünfte aus dem Herzogtum Lancaster, einem privaten Vermögensportfolio aus Grundstücken, Beteiligungen sowie Büro-, Einzelhandels- und Industrieimmobilien. Allein im vergangenen Jahr brachte ihm das mehr als 31 Millionen Euro ein.

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Palastsprecher: Ziel ist mehr Klarheit

Ein Sprecher des Buckingham-Palasts erklärte zur geplanten Offenlegung: „Unser Ziel ist es, alle Elemente der königlichen Finanzen so zu erklären, dass mehr Klarheit und Zugänglichkeit entsteht. Um es einfach auszudrücken: Wir modernisieren und entwickeln uns weiter.“

Treibende Kraft hinter dieser Entscheidung soll Thronfolger Prinz William (44) sein. Er weiß: Nur wenn die Monarchie aus ihren Geldgeschäften kein Geheimnis mehr macht, hat sie eine Chance auf Fortbestand. William und Kate (44) haben viele Jahrzehnte als Königspaar vor sich – wenn sich die Monarchie mit der Zeit bewegt und nicht im staubigen Traditions-Sumpf stecken bleibt. Daher ergibt es Sinn, dass auch William, der sich bislang gegen komplette Transparenz seiner Finanzen gewehrt hatte, seine Steuerzahlungen perspektivisch offenlegen will.

William als Schlüsselfigur – ältere Royalisten sind dagegen

Ein Palast-Mitarbeiter bestätigte gegenüber BILD, dass William stark in die Entscheidung eingebunden war und als Schlüsselfigur gilt. Die Stimmung im Buckingham-Palast ist jedoch gemischt. BILD erfuhr, dass die Steuer-Revolution für Unruhe hinter Palastmauern sorgt. Vor allem die älteren Royalisten und ehemaligen Anhänger der Queen sind strikt dagegen, etwas so Sensibles wie die persönlichen Finanzen mit der Welt zu teilen. Doch was zählt, ist das Wort des Königs – und bei dem stehen die Zeichen auf Zukunft. Der Palastinsider: „Der König möchte mehr Öffentlichkeit zulassen. Er weiß, das ist heutzutage wichtiger denn je für die Zukunft einer modernen Monarchie.“

Andrew-Skandal als Auslöser

Angestoßen wurde die Diskussion um die königliche Kohle vor allem nach dem Andrew-Skandal. Anfang Juni war bekannt geworden, dass Epstein-Kumpel Andrew Mountbatten-Windsor (66) sein Gehalt jahrelang mit der Untervermietung kleinerer Häuser auf dem königlichen Anwesen aufgebessert hat und mit Ex-Ehefrau Sarah Ferguson (66) fast mietfrei wohnte. Dies brachte die Forderung nach mehr Transparenz in den königlichen Finanzen erneut auf die Tagesordnung.

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