US-Vizepräsident JD Vance reist nach Ungarn: Wahlkampfhilfe für Orbán vor entscheidender Parlamentswahl
US-Vizepräsident JD Vance (41) wird am Dienstag und Mittwoch nach Ungarn reisen, wie das Weiße Haus offiziell mitteilte. Dort ist ein Treffen mit dem langjährigen Ministerpräsidenten Viktor Orbán geplant. Die Parlamentswahl in Ungarn findet am darauf folgenden Sonntag, dem 12. April, statt und könnte nach 16 Jahren zu einem historischen Machtwechsel führen.
Umfragen zeigen Vorsprung für Oppositionsführer Magyar
In aktuellen Umfragen liegt Ministerpräsident Viktor Orbán mit seiner Fidesz-Partei teils deutlich zurück. Sein Herausforderer Peter Magyar (45) von der Oppositionspartei Tisza konnte seinen Vorsprung kontinuierlich ausbauen. Die Reise des US-Vizepräsidenten wird als Versuch gewertet, die Stimmung im entscheidenden Endspurt des Wahlkampfs zu beeinflussen.
Bereits im Februar gab es US-Unterstützung für Orbán
Bereits im Februar hatte es Wahlkampfhilfe aus den USA für den umstrittenen Rechtsnationalisten gegeben. Außenminister Marco Rubio (54) reiste damals nach Budapest und stellte sich demonstrativ hinter Orbán. „Ich kann Ihnen mit Zuversicht sagen, dass Präsident Trump sich zutiefst für Ihren Erfolg einsetzt, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg“, erklärte Rubio vor Journalisten.
Orbáns enge Beziehungen zu Donald Trump
Viktor Orbán pflegt seit Jahren enge Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump. Im November reiste der ungarische Regierungschef nach Washington und traf die Regierung des amerikanischen Präsidenten. Im Ukraine-Krieg fährt Orbán einen ausgesprochen russlandfreundlichen Kurs, der ihn in der Europäischen Union isoliert.
Ungarn blockiert EU-Hilfen für die Ukraine
Zuletzt blockierte Ungarn in der EU die Auszahlung eines Kredits über 90 Milliarden Euro an die Ukraine – sehr zum Ärger der anderen Staats- und Regierungschefs. Diese Haltung spiegelt sich auch im laufenden Wahlkampf wider, in dem Orbán auf Ukraine-feindliche und anti-europäische Stimmungsmache setzt.
Provokative Wahlkampfplakate gegen Selenskyj und Magyar
Ein aktuelles Plakat zeigt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) und Oppositionsführer Magyar nebeneinander mit der Aufschrift: „Sie sind gefährlich!“ Daneben steht der Aufruf: „Lasst uns sie aufhalten! Nur Fidesz!“ Auf einem anderen, computergenerierten Plakat sind Selenskyj und Magyar gemeinsam mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) zu sehen, wie sie Geld in eine goldene Toilette werfen.
Die Reise von US-Vizepräsident JD Vance unterstreicht die strategische Bedeutung, die die Trump-Regierung dem Wahlausgang in Ungarn beimisst. Mit nur wenigen Tagen bis zur Abstimmung könnte der Besuch noch einmal entscheidenden Einfluss auf die politische Stimmung im Land nehmen.



