Israelische Armee warnt Bevölkerung im Iran vor Zugfahrten
Die israelische Armee hat die Bevölkerung im Iran in einer ungewöhnlichen Direktansprache aufgefordert, am heutigen Dienstag auf Zugfahrten zu verzichten. In einer Mitteilung auf dem Onlinedienst X schrieb das Militär: "Für Ihre eigene Sicherheit fordern wir Sie auf, ab sofort bis 21 Uhr iranischer Zeit im ganzen Land auf die Nutzung von Zügen oder Zugfahrten zu verzichten." Weiter hieß es, dass Zugfahrten sowie Aufenthalte in der Nähe von Gleisen "Ihr Leben in Gefahr bringen" könnten.
Neue Angriffswelle gegen Iran angekündigt
Parallel zu dieser Warnung gab die israelische Armee am Dienstagmorgen eine neue Angriffswelle gegen Ziele im Iran bekannt. Dabei sei "Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in Teheran und in zusätzlichen Gebieten in Iran" anvisiert worden, teilte die Armee mit. Gleichzeitig erklärte sie, die israelische Luftabwehr reagiere derzeit auf Raketenangriffe aus dem Iran.
Iranische Staatsmedien meldeten unterdessen Explosionen aus der Hauptstadt Teheran und der nahe gelegenen Stadt Karadsch. Die genauen Ziele und Schäden blieben zunächst unklar, doch die Meldungen deuten auf eine weitere Eskalation des bereits seit Wochen schwelenden Konflikts hin.
US-Präsident Trump verschärft Rhetorik massiv
Während sich die militärische Lage zuspitzt, hat US-Präsident Donald Trump seine Drohungen gegenüber Iran deutlich verschärft. "Iran kann in einer Nacht ausgeschaltet werden - und diese Nacht könnte morgen sein", erklärte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Verteidigungsminister Pete Hegseth fügte hinzu, dass am Ostermontag die größte Anzahl an Luftangriffen seit Beginn des Krieges ausgeführt werden sollen, mit weiteren Angriffen am heutigen Dienstag.
Trump attackiert Presse und droht mit Haft
In einer weiteren kontroversen Äußerung griff Trump erneut die Presse an und drohte Journalisten mit Haftstrafen. Hintergrund sind Berichte über eine Rettungsmission für zwei US-Soldaten im Iran. "Wir werden sagen: 'Nationale Sicherheit. Gebt uns die Infos oder geht ins Gefängnis'", so der US-Präsident. Er warf Medien vor, durch ihre Berichterstattung die Sicherheit der Soldaten gefährdet zu haben.
Diese Aussage ist jedoch faktisch unzutreffend: Bei dem Geretteten handelte es sich nicht um einen Piloten, sondern um einen Waffenoffizier, der erst nach 36 Stunden auf feindlichem Gebiet befreit werden konnte. Trumps Angriff auf die Pressefreiheit sorgt unterdessen für massive Kritik von Medienorganisationen und Menschenrechtsgruppen.
Ultimatum und weitere Drohungen
Auf seinem Onlinedienst Truth Social hatte Trump Iran zuvor mit verstärkten Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, falls das von ihm gestellte Ultimatum für die Freigabe der blockierten Straße von Hormus überschritten werden sollte. "Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben", schrieb Trump in charakteristisch drastischer Sprache. "Dienstag wird der Tag der Kraftwerke und der Tag der Brücken, alles in einem."
Kriegsverbrechen als gerechtfertigt dargestellt
Besonders umstritten ist Trumps Äußerung, amerikanische Kriegsverbrechen für gerechtfertigt zu halten - mit der Begründung, man gehe schließlich gegen "Tiere" vor. Diese Entmenschlichung des Gegners und Rechtfertigung von Verstößen gegen das Kriegsvölkerrecht stößt international auf scharfe Verurteilung.
Die Situation im Nahen Osten bleibt damit äußerst angespannt. Während Israel mit konkreten militärischen Aktionen und ungewöhnlichen Warnungen an die Zivilbevölkerung operiert, schürt die US-Administration mit drastischer Rhetorik und Drohungen die Konflikte weiter. Die Kombination aus militärischer Eskalation und verbaler Aufheizung durch beide Seiten lässt befürchten, dass der Konflikt noch weiter eskalieren könnte.



