Der iranische Außenminister Abbas Araghchi reist nach zwei Besuchen in Islamabad innerhalb von zwei Tagen zu Gesprächen nach Moskau. Das russische Außenministerium bestätigte am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Ria Nowosti, dass Araghchi in der russischen Hauptstadt erwartet werde. Der iranische Botschafter in Moskau, Kasem Dschalali, teilte der iranischen Nachrichtenagentur Isna mit, dass Araghchi am Montag auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammentreffen werde. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Bemühungen um ein Ende des Irankriegs.
Hintergrund der Reise
Araghchi hatte am Samstag und Sonntag bereits Gespräche mit Regierungsvertretern in Pakistan geführt, das in den Vermittlungsbemühungen eine zentrale Rolle spielt. Dazwischen war der iranische Außenminister nach Oman geflogen. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin eine geplante Reise seiner Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner zu möglichen neuen Verhandlungen in Islamabad kurzfristig abgesagt.
Schriftliche Nachrichten an die USA
Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete am Sonntag, dass Iran über den Vermittler Pakistan schriftliche Nachrichten an die US-Regierung übermittelt habe. Diese betreffen rote Linien der Islamischen Republik Iran, darunter Atomfragen und die Straße von Hormus. Allerdings seien diese Nachrichten nicht Gegenstand von Verhandlungen, hieß es weiter.
Bisherige Vermittlungsversuche
Pakistan hatte vor rund zwei Wochen bereits Gespräche zwischen Vertretern Irans und der USA in Islamabad ausgerichtet, die jedoch ohne Ergebnis blieben. Der Irankrieg begann am 28. Februar mit Luftangriffen der USA und Israels. Als Reaktion sperrte das iranische Militär weitgehend die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports läuft. Dies ließ die Energiepreise weltweit in die Höhe schnellen.
Deutsche Reise in die Golfregion
Angesichts der Energiekrise ist derweil Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) zu einer Reise nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate aufgebrochen. Auf seiner Reise wolle er sich über die Lage in der Region und insbesondere über die Sicherheit der Golfstaaten und die Auswirkungen auf den weltweiten Öl- und Energiemarkt informieren, hieß es aus seinem Umfeld.



