Iran-USA-Verhandlungen: Parlamentspräsident Ghalibaf pocht auf Ende der US-Seeblockade
Bei den laufenden Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestehen nach aktuellen Angaben aus Teheran weiterhin erhebliche Differenzen. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf äußerte sich in einem ausführlichen Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim zum aktuellen Stand der Gespräche und betonte, dass man trotz einiger Fortschritte noch weit von einer endgültigen Einigung entfernt sei.
Fortschritte und ungelöste Streitpunkte
Ghalibaf erklärte, dass zwar bestimmte Konfliktpunkte zwischen den beiden Staaten gelöst werden konnten, andere wichtige Fragen jedoch nach wie vor ungeklärt blieben. Die Verhandlungsteams hätten in den vergangenen Wochen intensive Gespräche geführt, doch die Kluft zwischen den Positionen bleibe beträchtlich. Besonders die US-Seeblockade stellt nach Ansicht des Parlamentspräsidenten ein zentrales Hindernis dar.
„Wenn die Blockade nicht aufgehoben wird, wird der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zweifellos eingeschränkt sein“, sagte Ghalibaf in dem Interview, das am Morgen im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde. Er bezeichnete die Entscheidung der USA, eine Blockade zu verhängen, als töricht und ignorant und machte deutlich, dass sein Land die Kontrolle über den gesamten Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge ausübe.
Rückgängigmachung der Öffnung der Straße von Hormus
Kurz vor Ghalibafs Äußerungen hatte der Iran die zuvor angekündigte Öffnung der Straße von Hormus wieder rückgängig gemacht. Die für den globalen Ölmarkt äußerst bedeutsame Meerenge wird seither wieder militärisch kontrolliert, und Schiffe werden daran gehindert, die Passage zu nutzen. Ein Sprecher des Hauptquartiers der iranischen Streitkräfte hatte laut der Nachrichtenagentur Fars die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA als Grund für diese Entscheidung genannt – weniger als 24 Stunden nach der ursprünglichen Öffnungsankündigung.
Die Meerenge unterliege nun wieder der strengen Verwaltung und Kontrolle der Streitkräfte, hieß es in offiziellen Stellungnahmen. Das US-Militär teilte seinerseits mit, weiterhin gegen Schiffe vorzugehen, die iranische Häfen anlaufen oder von dort ablegen wollen. Diese gegenseitigen Maßnahmen verschärfen die angespannte Lage in der Region zusätzlich.
Ausblick auf die weiteren Verhandlungen
Ghalibaf betonte in seinem Interview, dass die Aufhebung der US-Seeblockade eine entscheidende Voraussetzung für weitere Fortschritte in den Friedensverhandlungen sei. Solange diese Blockade bestehe, werde der Iran seine Position in der Straße von Hormus nicht lockern. Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington bleiben damit in einer kritischen Phase, in der beide Seiten ihre Forderungen deutlich artikulieren, ohne bisher zu einer umfassenden Lösung zu gelangen.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit, da die Straße von Hormus eine Schlüsselrolle für die weltweite Ölversorgung spielt. Die erneute Schließung der Meerenge und die anhaltenden militärischen Aktionen könnten erhebliche Auswirkungen auf die globalen Märkte haben. Die nächsten Verhandlungsrunden werden zeigen, ob sich die Positionen annähern lassen oder die Differenzen weiter bestehen bleiben.



