Iran-Konflikt eskaliert: Angriffe auf Ölinsel Charg und Verkehrswege vor Ultimatum-Ablauf
Iran-Konflikt eskaliert: Angriffe vor Ultimatum-Ablauf

Iran-Konflikt eskaliert: Angriffe auf Ölinsel Charg und Verkehrswege vor Ultimatum-Ablauf

Noch bevor das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an den Iran abläuft, haben neue Angriffe die Verkehrsinfrastruktur des Landes und die strategisch wichtige Ölinsel Charg getroffen. Die iranischen Behörden melden landesweite Bombardierungen, die schwere Zerstörungen verursacht haben. Die Situation droht sich weiter zuzuspitzen, während internationale Akteure vor einer Eskalation des Konflikts warnen.

Ultimatum und Drohungen von US-Präsident Trump

Donald Trump hat Teheran eine Frist gesetzt, um die für den globalen Öl- und Gasmarkt entscheidende Straße von Hormus zu öffnen. Diese Frist läuft um 2.00 Uhr deutscher Zeit in der Nacht zum Mittwoch ab. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb der US-Präsident: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren.“ Er betonte, dass er dies nicht wolle, aber es wahrscheinlich dazu kommen werde.

Obwohl Trump dieses Ultimatum bereits dreimal verschoben hat, droht er nun mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke innerhalb weniger Stunden nach Ablauf der jüngsten Frist, sollte der Iran nicht einlenken. Diese Drohungen verschärfen die angespannte Lage im Nahen Osten erheblich.

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Angriffe auf Verkehrsinfrastruktur im Iran

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtet von zahlreichen Luftangriffen auf wichtige Verkehrswege:

  • In der Provinz Ost-Aserbaidschan wurde eine Autobahn nach Geschosseinschlägen gesperrt.
  • Eine Autobahnbrücke zwischen der Millionenstadt Tabris und der Provinzhauptstadt Sandschan wurde attackiert.
  • Nahe der Pilgerstadt Ghom wurde eine Brücke an einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt angegriffen.
  • Die englischsprachige Zeitung „Tehran Times“ meldete Angriffe auf das Schienennetz in Karadsch, einer Stadt westlich von Teheran.

Die mächtigen Revolutionsgarden haben mit Vergeltung gedroht und Raketenangriffe auf Industrie-, Infrastruktur- und Militärziele in Israel angekündigt, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet.

Neue Explosionen auf der Ölinsel Charg

Der Iran meldete außerdem neue Explosionen auf der Insel Charg im Persischen Golf. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete, dass die Insel angegriffen wird. Charg ist das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl in der Region und spielt eine zentrale wirtschaftliche Rolle. Bereits Mitte März hatte das US-Militär Luftangriffe auf die Insel ausgeführt.

Trump hatte zuvor die Möglichkeit einer Übernahme von Öl aus der Region ins Spiel gebracht und gegenüber der „Financial Times“ erklärt: „Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen.“

Internationale Warnungen vor Eskalation

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot warnte vor Angriffen auf zivile Infrastruktur im Iran. Er betonte, dass solche Angriffe nach den Regeln der Kriegsführung und dem Völkerrecht ausgeschlossen seien und eine neue Phase der Eskalation einleiten könnten.

Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres die USA und Israel aufgefordert, von Angriffen auf Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur abzusehen. Sein Sprecher Stéphane Dujarric erklärte, dass solche Angriffe gegen internationales Recht verstoßen würden.

UN-Sicherheitsrat berät über Straße von Hormus

Der UN-Sicherheitsrat sollte noch am selben Tag über einen Resolutionsentwurf von Bahrain zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus abstimmen. Der Entwurf fordert betroffene Staaten auf, ihre defensiven Maßnahmen zu koordinieren, um die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten. Dafür soll der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen.

Seit dem Ausbruch des von Israel und den USA am 28. Februar begonnenen Kriegs hat Teheran die Schifffahrt durch die Straße von Hormus mit Angriffen und Drohungen praktisch zum Erliegen gebracht. Da diese Meerenge für den globalen Öl- und Gashandel zentral ist, sind die Energiepreise stark angestiegen.

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IEA warnt vor „schwarzem April“ bei Energieversorgung

Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), warnte angesichts der blockierten Straße von Hormus vor einer Verschärfung der Probleme bei der Ölversorgung. „Man muss sich bewusst sein, dass der März zwar sehr schwierig war, der April aber noch viel schlimmer werden wird“, sagte Birol. Er befürchtet einen „schwarzen April“, sollte die Meerenge den ganzen Monat über gesperrt bleiben, was zu doppelt so hohen Verlusten an Rohöl und Raffinerieprodukten führen würde wie im März.

Birol äußerte sich pessimistisch, da dieser Krieg eine der Lebensadern der Weltwirtschaft lahmlege, nicht nur Öl und Gas, sondern auch Düngemittel, Petrochemikalien und Helium betreffe. Die Situation bleibt angespannt, während die Welt auf die weitere Entwicklung im Iran-Konflikt blickt.