Nach langem Ringen: Iran öffnet Straße von Hormus mit Einschränkungen
Nach wochenlanger Blockade im Zuge des Iran-Kriegs hat die Staatsführung in Teheran angekündigt, die strategisch bedeutsame Straße von Hormus wieder für die Durchfahrt von Öltankern und Handelsschiffen zu öffnen. Allerdings gelten strenge Bedingungen: Die Passage ist nur auf einer von der Islamischen Republik vorgegebenen Route erlaubt und ausschließlich während der verbleibenden Waffenruhe, die am Mittwoch endet.
USA halten eigene Seeblockade gegen Iran aufrecht
Parallel zur iranischen Öffnung betonte US-Präsident Donald Trump, dass die amerikanische Seeblockade gegen den Iran weiterhin in vollem Umfang bestehen bleibt. Diese Blockade betrifft ausschließlich Schiffe mit einem Start- oder Zielhafen im Iran. Trump erklärte auf Truth Social, die Straße von Hormus sei zwar für den Geschäftsverkehr geöffnet, die US-Maßnahmen würden jedoch bis zum vollständigen Abschluss der Vereinbarungen mit Teheran fortgesetzt.
Ölpreise reagieren mit deutlichen Verlusten
Die Ankündigung des Irans führte umgehend zu einem massiven Einbruch der Ölpreise. Ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni fiel um mehr als acht Prozent auf 91,11 US-Dollar. Zeitweise rutschte der Preis sogar unter die Marke von 90 Dollar. Beim amerikanischen Rohöl der Sorte WTI gab es einen noch stärkeren Rückgang um mehr als neun Prozent auf 85,90 Dollar je Barrel.
Dieser deutliche Preisverfall steht in starkem Kontrast zu den Höchstständen während der Blockade. Im März hatte der Iran-Krieg und die faktische Sperrung der wichtigen Handelsroute den Preis für Brent-Rohöl zeitweise auf knapp 120 Dollar je Barrel getrieben. Vor Beginn des Konflikts lag der Preis bei etwa 70 Dollar.
Hintergründe und ungeklärte Fragen
Der Iran hatte die Straße von Hormus nach Beginn des militärischen Konflikts am 28. Februar blockiert. Hunderte Tanker und Frachtschiffe liegen seitdem im Persischen Golf fest. Ein wesentlicher Grund dafür sind Berichten zufolge hohe Versicherungspolicen wegen des Kriegsrisikos.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi ließ mehrere Fragen offen: Unklar bleibt, ob Tanker und Frachtschiffe für die Durchfahrt eine Mautgebühr an den Iran zahlen müssen. Ebenso ist nicht absehbar, wie sich die Ankündigung konkret auf die Schifffahrt auswirken wird.
Als Grund für die Öffnung führte Araghtschi die Waffenruhe im Libanon an, die in der Nacht zum Freitag in Kraft trat. Dort hatte sich die proiranische schiitische Hisbollah-Miliz sechs Wochen lang Gefechte mit der israelischen Armee geliefert. Die libanesische Regierung und die regulären Streitkräfte betonten mehrfach, nicht direkt an diesen Kampfhandlungen beteiligt gewesen zu sein.
Internationale Bemühungen um Verlängerung der Waffenruhe
Die aktuelle Waffenruhe im Iran-Konflikt gilt seit dem 8. April und endet am 22. April. Derzeit laufen internationale Bemühungen unter Vermittlung Pakistans, um die Feuerpause zu verlängern. Die Entwicklung bleibt angesichts der komplexen geopolitischen Lage und der wirtschaftlichen Bedeutung der Straße von Hormus für den globalen Ölmarkt weiterhin höchst sensibel.



