Nach dem 0:0-Unentschieden gegen Belgien im SoFi Stadium von Los Angeles kam es zu emotionalen Szenen: Spieler der iranischen Nationalmannschaft feierten gemeinsam mit regimekritischen Fans, die Schah-Flaggen schwenkten. Die Partie war Teil der WM 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird. Für den Iran ist der erstmalige Einzug in die K.o.-Phase möglich – ein Sieg gegen Ägypten am Freitag in Seattle würde sogar den Gruppensieg bedeuten.
Einigkeit trotz politischer Spannungen
Das Spiel fand vor dem Hintergrund andauernder Konflikte zwischen den USA und dem Iran statt, während parallel in der Schweiz ein Friedensdeal ausgehandelt wird. Tausende iranische Fans zeigten ihre Unterstützung mit der grün-weiß-roten Fahne mit Löwe und Sonne – dem Symbol der Schah-Dynastie, das seit der Islamischen Revolution 1979 im Iran verboten ist. „Ich glaube, das hat uns noch enger zusammengeschweißt“, sagte Flügelspieler Alireza Jahanbakhsh nach dem Spiel. „Wir haben einen großartigen Teamgeist bewiesen, und das liegt zum Teil an unserer aktuellen Situation.“
Trainer Amir Ghalenoei erklärte, die Mannschaft habe sich nach dem Spiel beeilen müssen, um vor Einbruch der Dunkelheit nach Mexiko zurückzukehren – eine Auflage der US-Behörden, die den Spielern nur 24 Stunden vor Spielbeginn die Einreise gestatten. „Diese Flüge wirken sich natürlich auch auf unser Team aus“, so Ghalenoei.
FIFA-Beschwerde und Sicherheitseinsätze
Doch die Einigkeit hatte Grenzen: Das Mullah-Regime beschwerte sich bei der FIFA über die erneute Verwendung von Schah-Symbolen im Stadion. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnern. Ein Mann, der ein T-Shirt mit der vorrevolutionären iranischen Flagge trug, versuchte, auf den Rasen zu gelangen, und wurde von Sicherheitskräften abgeführt. Die FIFA hatte diese Symbole vor dem Turnier verboten. Auch auf den Rängen griff das Sicherheitspersonal ein, um weitere Flaggen zu entfernen.
Die Teilnahme des Iran an der WM ist politisch hochsensibel, da das Land in den vergangenen Monaten in einen Krieg mit den USA und Israel verwickelt war. Der iranische Verband hatte das Teamquartier nach Mexiko verlegt. Bereits beim ersten Spiel des Iran in Los Angeles hatten sich Gegner und Unterstützer Teherans in der Arena gegenübergestanden.



