Mehr als drei Monate nach Beginn des Irankriegs zeichnet sich offenbar ein Abkommen zwischen Washington und Teheran ab. Der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif erklärte auf der Plattform X, eine Einigung werde voraussichtlich innerhalb der nächsten 24 Stunden erwartet. Unmittelbar danach solle das Abkommen elektronisch unterzeichnet werden. In der kommenden Woche seien Gespräche auf technischer Ebene geplant.
Pakistan sieht Fortschritte
Sharif schrieb: „Wir sind einem Friedensabkommen näher als je zuvor. Mit dem Abschluss, der voraussichtlich in den nächsten 24 Stunden erwartet wird, bereitet sich Pakistan auf die elektronische Unterzeichnung des Friedensabkommens vor, gefolgt von technischen Gesprächen in der nächsten Woche.“ Er dankte den USA und betonte die Vermittlerrolle seines Landes. Ob es tatsächlich eine Einigung gibt, ist unabhängig nicht überprüfbar.
Teheran bremst Erwartungen
Das iranische Außenministerium reagierte zurückhaltend. Sprecher Esmail Bakaei sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, man müsse abwarten, bis das genaue Datum der Unterzeichnung feststehe. Diese werde „nicht morgen, am Sonntag“, sondern eher „in den kommenden Tagen“ erfolgen. Zuvor hatten iranische Medien über angebliche Inhalte eines Verhandlungstextes berichtet, die US-Präsident Donald Trump empört dementieren ließ.
Widersprüchliche Signale
In den vergangenen Tagen hatten beide Konfliktparteien immer wieder einzelne Punkte des angeblichen Deals öffentlich gemacht, woraufhin die jeweils andere Seite widersprach. US-Beamte ließen durchsickern, dass Sanktionen gegen Iran erst erlassen würden, wenn das Regime Zugeständnisse beim Nuklearprogramm mache. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf Quellen, ein Vertrag könne womöglich am Sonntag von US-Vizepräsident JD Vance und dem iranischen Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf in Genf unterzeichnet werden. Das iranische Außenministerium dementierte dies.
Militärische Spannungen bleiben
Trotz einer seit Anfang April geltenden Waffenruhe und laufender Friedensverhandlungen kam es in den vergangenen Tagen zu intensiven gegenseitigen Angriffen. Das US-Militär griff Ziele in Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. Am Samstagmorgen meldeten die US-Streitkräfte den Abschuss mehrerer iranischer Drohnen, die Handelsschiffe in der Straße von Hormus bedroht haben sollen. Das US-Regionalkommando Centcom teilte mit, alle Drohnen seien abgeschossen worden, die Meerenge bleibe für die Durchfahrt von Schiffen offen.



