IHK: Rechte Gewalt in Cottbus gefährdet Wirtschaftsstandort
IHK: Rechte Gewalt in Cottbus gefährdet Standort

Die mutmaßlich rechtsextremen Angriffe in Cottbus gefährden nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus die wirtschaftliche Entwicklung in Südbrandenburg. IHK-Präsident Jens Warnken erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass solche Taten einen Schatten auf die Region werfen und das Vertrauen von Menschen, Unternehmen und Investoren massiv beschädigen. Das Bild eines offenen, sicheren und zukunftsorientierten Wirtschaftsstandorts werde dadurch stark beeinträchtigt.

Struktureller Wandel und Fachkräftemangel

Cottbus befindet sich mitten im Strukturwandel, bedingt durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Großprojekte wie die neue Universitätsmedizin und das Bahnwerk erzeugen einen enormen Bedarf an Fachkräften. Vor diesem Hintergrund sieht Warnken die Angriffe als besonders problematisch an. „Als Vertreter der regionalen Wirtschaft verurteilen wir diesen Anschlag aufs Schärfste. Gewalt und Einschüchterung dürfen in unserem Land keinen Platz haben und können niemals Mittel politischer oder gesellschaftlicher Auseinandersetzung sein“, so Warnken.

Appell an Zivilgesellschaft und Politik

Der Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) rief die Zivilgesellschaft dazu auf, deutlicher Haltung gegen Hass und rechtsextreme Gewalt zu zeigen. In einem Interview mit „Brandenburg aktuell“ im RBB betonte er: „Gewalttaten gegen andere sind rote Linien, die nicht überschritten werden dürfen. Das geht nicht. Und das müssen wir auch in unserer Zivilgesellschaft viel deutlicher sagen.“ Es müsse wieder ein sozialer Druck entstehen, der Gewalttaten nicht als alltäglich erscheinen lasse.

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Brandanschlag auf „Zelle 79“ und weitere Vorfälle

In der Nacht zum Donnerstag wurden Molotow-Cocktails auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus geworfen. Der Staatsschutz und eine Mordkommission ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Zudem prüft die Polizei eine Brandstiftung in der Nähe des alternativen Clubs „Chekov“, bei der eine Zaunlatte brannte. In derselben Nacht wurde auch eine Scheibe am Grünen-Büro in Cottbus zerstört. Die Ermittlungen sollen klären, ob ein Zusammenhang zwischen diesen Taten besteht.

Zusammenarbeit gegen Rechtsextremismus

Warnken unterstrich die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens von Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. „Wir müssen gemeinsam und entschlossen dagegenhalten, damit nicht der Eindruck entsteht, dass Gewalt und Rechtsextremismus geduldet werden“, sagte er. Die IHK Cottbus sieht die Vorfälle als ernste Bedrohung für die wirtschaftliche Attraktivität der Region und fordert ein entschlossenes Handeln aller Akteure.

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