Die islamistische Terrororganisation Hamas hat ihre Regierung im Gazastreifen aufgelöst. Der Vorsitzende des Krisenstabs, Mohammed al-Farra, reichte seinen Rücktritt ein, wie die Miliz am Montag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Damit wird der Weg für ein Übergangsgremium aus 15 palästinensischen Fachleuten frei, das künftig die Verwaltung des Küstengebiets übernehmen soll.
Technokraten-Regierung unter Aufsicht des Friedensrates
Das neue Komitee wurde vom sogenannten „Friedensrat“ eingesetzt, der von US-Präsident Donald Trump (80) initiiert und geleitet wird. Der Rat ist Teil von Trumps Friedensplan und soll vorübergehend die Verwaltung des Gazastreifens übernehmen, bis die Palästinenserbehörde unter Präsident Mahmud Abbas (90) ein Reformprogramm vorlegt.
Seit Beginn der wackeligen Waffenruhe im Oktober 2025 hatte die Hamas mehrfach erklärt, sich aus der Regierungsverantwortung zurückziehen zu wollen. Die Frage nach der Entwaffnung der Terrororganisation bleibt jedoch ungeklärt. Der militärische Arm der Hamas lehnt eine Entwaffnung ab.
Hamas soll künftig keine Rolle mehr spielen
Der US-Friedensplan sieht vor, dass die Hamas zukünftig „in keiner Rolle“ an einer Gaza-Regierung beteiligt sein darf. Weitere Punkte umfassen eine internationale Friedenstruppe, den Wiederaufbau des Gazastreifens und die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone mit Vorzugstarifen.
Nach einem blutigen Bürgerkrieg hatte die Hamas 2007 die Macht in Gaza übernommen und die Küstenregion seither gewaltsam regiert. Oppositionelle wurden systematisch verfolgt. Am 7. Oktober 2023 löste die Hamas mit einem Überfall auf Israel den Krieg im Gazastreifen aus. Bei den Massakern tötete die Terrororganisation zusammen mit Verbündeten 1221 Menschen und verschleppte 251 Geiseln. Israel startete daraufhin eine Militäroffensive. Die letzten lebenden Geiseln kehrten Mitte Oktober 2025 zurück – nach über zwei Jahren Gefangenschaft.



