Die Staatsanwaltschaft von Monaco hat nach dem Bombenanschlag auf einen ukrainischen Multimillionär Haftbefehl erlassen. Die Verdächtige soll sich als Mann verkleidet haben. Interpol wird zur internationalen Fahndung eingeschaltet.
Haftbefehl gegen verdächtige Person
Die Staatsanwaltschaft des Fürstentums Monaco gab am Donnerstag bekannt, dass ein Haftbefehl gegen eine verdächtige Person ausgestellt wurde. Zudem werde die internationale Polizeiorganisation Interpol die Person zur Fahndung ausschreiben. Französischen Medienberichten zufolge richtet sich der Verdacht gegen eine Frau, die sich als Mann ausgegeben haben könnte. Auf Überwachungsaufnahmen war die Person mit einem schwarzen Fischerhut zu sehen.
Drei Schwerverletzte nach Paketbombenexplosion
Bei dem Anschlag am Montagabend hatte ein Täter ein Paket in der Eingangshalle eines kleinen Wohnhauses in Monaco abgelegt. Kurz darauf detonierte der Sprengsatz. Die drei Bewohner – ein Paar und ein 13-jähriger Junge – kamen zum Zeitpunkt der Explosion nach Hause und wurden schwer verletzt. Nach Angaben mehrerer Quellen handelt es sich um den 58-jährigen Multimillionär Wadym Jermolajew, einen Unternehmer ukrainischer Herkunft, sowie um dessen Partnerin und den gemeinsamen Sohn. Alle drei erlitten schwere Verletzungen.
Ermittlungen wegen versuchten Mordes
Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes und mehrerer weiterer Tatbestände ein. Jermolajew hatte sich in der ostukrainischen Stadt Dnipro als skrupelloser Immobilienunternehmer einen Namen gemacht. Der Geschäftsmann, der die ukrainische Staatsbürgerschaft schon vor Jahren abgegeben hat, zählte jahrelang zu den hundert reichsten Menschen in der Ukraine.
Verbindungen zum „Monaco-Bataillon“
In der Ukraine zählt Jermolajew zum sogenannten „Monaco-Bataillon“, einer Gruppe von Geschäftsleuten und früheren Oligarchen, die sich nach Beginn des Kriegs gegen Russland an der Mittelmeerküste niedergelassen haben. Seit 2023 unterliegt Jermolajew in der Ukraine Sanktionen wegen seiner geschäftlichen Aktivitäten auf der von Russland annektierten Krim.



