Historischer Friedensgipfel in Islamabad beginnt unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen
In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad schlagen historische Stunden: Das hochrangigste Treffen zwischen amerikanischen und iranischen Vertretern seit der Islamischen Revolution 1979 hat begonnen. Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen ringen beide Seiten um eine dauerhafte Friedenslösung für den brüchigen Waffenstillstand nach fünf Wochen Luftkrieg.
Nervenkrieg und harte Rhetorik vor Gesprächsbeginn
Die iranische Delegation unter Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi traf bereits am Freitagabend in Islamabad ein. Doch der Nervenkrieg wurde durch scharfe Worte verschärft: Ghalibaf stellte das Treffen öffentlich infrage und forderte ein sofortiges Ende israelischer Angriffe im Südlibanon sowie die Freigabe blockierter iranischer Vermögenswerte.
Auf amerikanischer Seite reisten Vizepräsident JD Vance zusammen mit den Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner mit der Air Force Two nach Pakistan. Vance warnte vor Abflug, die USA würden sich nicht mit "Spielchen" täuschen lassen, zeigte sich aber insgesamt vorsichtig optimistisch für die Verhandlungen.
Islamabad verwandelt sich in eine Hochsicherheitsfestung
Die pakistanische Hauptstadt wurde für den Gipfel zur Festung ausgebaut: Im Regierungsviertel der sogenannten Roten Zone entstanden sieben Sicherheitsringe mit rund 10.000 mobilisierten Sicherheitskräften. Vor dem Serena-Hotel dienen Schiffscontainer als Barrieren, überall in der Stadt gibt es Straßensperren, Militärkonvois und Scharfschützen auf Dächern.
Gleichzeitig sollen Hoffnungsplakate mit der Aufschrift "Islamabad Talks" und den Flaggen der beteiligten Länder eine positive Symbolik vermitteln. Pakistan positioniert sich unter Premierminister Shehbaz Sharif als zentraler Vermittler in diesem historischen Prozess.
Tiefes Misstrauen bestimmt das Verhandlungsformat
Das außergewöhnliche Verhandlungsformat spiegelt das tiefe Misstrauen zwischen den Parteien wider: Beide Delegationen bleiben in getrennten Räumen, während pakistanische Vermittler als Boten zwischen den Lagern fungieren. Sharif bezeichnet die Gespräche als "entscheidenden Moment für einen dauerhaften Waffenstillstand", dämpft aber gleichzeitig die Erwartungen.
Es handle sich zunächst um ein "erstes Abtasten" und die Vorbereitung weiterer Verhandlungsrunden. Ungeklärt bleibt insbesondere die Situation um die weitgehend blockierte Hormus-Ölroute, deren Öffnung eine zentrale amerikanische Bedingung für den Waffenstillstand darstellt.
Politisches Umfeld bleibt angespannt
Aus der Distanz verfolgt der ehemalige US-Präsident die Entwicklungen mit gemischten Signalen: Intern soll er Vance den Auftrag gegeben haben, den Krieg zu beenden, öffentlich äußert er sich jedoch weiterhin hart gegenüber der iranischen Delegation. Die komplexe Gemengelage aus ungelösten Konfliktpunkten und historischem Misstrauen macht diesen Gipfel zu einer der schwierigsten diplomatischen Herausforderungen der jüngeren Zeit.



