Elon Musk mahnt ZDF wegen Nordirland-Berichterstattung ab
Elon Musk mahnt ZDF wegen Nordirland-Bericht ab

Elon Musk stört sich an der Berichterstattung des ZDF über die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Nordirland und seine mutmaßliche Mitwirkung. Sein Anwalt geht nun gegen den Sender vor.

Abmahnung durch Musks Anwalt

Wie die „Welt“ berichtet, hat der Anwalt des US-Unternehmers das ZDF wegen dessen Berichterstattung über Äußerungen Musks im Zusammenhang mit den ausländerfeindlichen Protesten in Nordirland abgemahnt und die Abgabe einer Unterlassungserklärung gefordert. Zuvor hatte Musk selbst rechtliche Schritte angekündigt: „Gegen das ZDF wird wegen seiner ungeheuerlichen Lügen rechtlich vorgegangen“, schrieb er am Montagabend auf seinem Onlinedienst X.

Vorwürfe des Anwalts

„Die Behauptung, unser Mandant habe zu einer ,Jagd auf Migranten‘ durch einen ,rassistischen Mob‘ aufgerufen, ist offensichtlich unwahr“, zitiert die „Welt“ aus dem Schreiben des Anwalts an das ZDF. Das Schreiben kritisiert zudem eine „ehrabschneidende und verleumderische Unterstellung“ und sieht einen „drastischen Verstoß gegen journalistische Grundsätze“.

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Streitpunkt: Anmoderation des ZDF

Auslöser des Streits ist die Anmoderation der Berichterstattung zu den Protesten in Nordirland in der Sendung „ZDFheute live“ vom 12. Juni 2026. Dort hieß es: „Ein brutaler Mordversuch auf offener Straße in Belfast. Jemand filmt. Das Video geht viral. Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten. Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk.“

Musks Beiträge auf X

Musk hatte vergangene Woche auf X Beiträge des rechtsextremen britischen Aktivisten Tommy Robinson sowie des Vorsitzenden der rechtsextremen Partei Restore UK, Rupert Lowe, weiterverbreitet. Dadurch heizte er die ausländerfeindlichen Proteste in Nordirland an. Der X-Eigentümer schloss sich den Aufrufen Robinsons zu Protesten in ganz Großbritannien an und schrieb an seine 240 Millionen Follower: „Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern.“

Rechtliche Schritte angedroht

Musks Anwalt sieht in der Berichterstattung die Persönlichkeitsrechte seines Mandanten verletzt. Sollte das ZDF bis Donnerstag 16 Uhr keine Unterlassungserklärung abgeben, werde man dem Unternehmer die „unverzügliche Einleitung rechtlicher Schritte“ empfehlen, so der Bericht.

Reaktionen von Julian Reichelt

Der deutsche Publizist Julian Reichelt bezeichnete das ZDF als „Festung der Lügen“. Musk habe nicht „zur Jagd auf Migranten aufgerufen“, wie vom Sender behauptet. Dies seien „Propaganda-Lügen“. Später teilte Reichelt auf X ein Foto, das mutmaßlich eine Antwort des ZDF auf seine Vorwürfe zeigt. Darin heißt es, die Formulierung sei „unpräzise und dadurch missverständlich“ gewesen. Reichelt sprach hingegen von „blanken Lügen“ und forderte, das ZDF zu „zerschlagen“. Musk antwortete auf Reichelts Beitrag mit der Ankündigung rechtlicher Schritte.

Hintergrund der Proteste

In der Nähe von Belfast kam es seit vergangener Woche an mehreren Abenden zu gewalttätigen ausländerfeindlichen Protesten. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen steinewerfende Demonstranten vor. Fahrzeuge und Häuser wurden in Brand gesetzt. Zu den Demonstrationen hatten rechtsextreme Aktivisten aufgerufen. Auslöser war die Veröffentlichung eines Videos eines brutalen Messerangriffs, für den ein sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht wird.

Reichelt ist Chefredakteur des als rechtspopulistisch eingestuften Online-Portals „Nius“. Bis zum Herbst 2021 war er Chefredakteur der „Bild“-Zeitung.

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