China hat am Samstag erneut Schiffe seiner Küstenwache in ein Seegebiet östlich von Taiwan entsandt. Die Flotte werde dort Patrouillen zur Strafverfolgung fahren, teilte die chinesische Küstenwache mit. Sie werde „die territoriale Souveränität sowie die maritimen Rechte Chinas entschlossen wahren“, hieß es wörtlich.
Chinesische Küstenwache kündigt verstärkte Einsätze an
Die Küstenwache kündigte zudem an, ihre Einsätze zu verstärken, und bezeichnete das betroffene Gebiet als Chinas „eigene Hoheitsgewässer“. Die Regierung in Peking betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als eigenes Staatsgebiet. Taiwan erklärt seinerseits, China habe kein Recht, Souveränität oder Gerichtsbarkeit über die Insel oder ihre Gewässer zu beanspruchen.
Taiwan verfolgt chinesische Schiffe
Die taiwanesische Küstenwache erklärte am Samstag, sie verfolge zwei chinesische Schiffe. Diese hätten sich am Vormittag 54 Seemeilen (rund 100 Kilometer) östlich der Stadt Hualien befunden, wo ein wichtiger Luftwaffenstützpunkt liegt. Sie seien jedoch außerhalb der Sperrgebiete geblieben. Die Küstenwache habe zwei eigene Schiffe zur Beobachtung abgestellt. Man werde weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um chinesische Schiffe mit Nachdruck zu vertreiben.
Taiwan wies Handelsschiffe an, Inspektionen zu ignorieren
Taiwan hatte am Mittwoch Handelsschiffe vor der Ostküste angewiesen, etwaige Aufforderungen der chinesischen Küstenwache zur Inspektion zu ignorieren. Ein Zutritt an Bord solle verwehrt werden. Die Küstenwache Taiwans werde notfalls eingreifen, um dies zu verhindern.
Bereits zweite Entsendung innerhalb weniger Wochen
China schickt bereits zum zweiten Mal innerhalb von weniger als zwei Wochen Schiffe der Küstenwache in die Gewässer vor Taiwans Ostküste. Die Präsenz eines ersten Flottenverbands vor der Insel hatte in Taipeh Beunruhigung ausgelöst. Auch die inoffiziellen Vertretungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens in Taiwan zeigten sich zu diesem Zeitpunkt besorgt über die Aktivitäten der chinesischen Küstenwache.



