Tucker Carlson verlässt Republikaner: Druck auf Trump wächst
Carlson verlässt Republikaner: Druck auf Trump

Der prominente Podcaster und Kommentator Tucker Carlson hat seinen Austritt aus der Republikanischen Partei angekündigt. Der Schritt erfolgt im Zuge eines innerparteilichen Streits über den Irankrieg und die Verhandlungen in der Schweiz. In einem Interview mit dem SPIEGEL analysiert der Politikwissenschaftler Damon Linker von der Universität Pennsylvania die Folgen für US-Präsident Donald Trump.

Ein Manöver im Fraktionskampf

Linker bezeichnet Carlsons Austritt als „Manöver, um jetzt Druck auszuüben“. Carlson sei eine der prominentesten Stimmen der Make America Great Again-Bewegung (MAGA) und habe Trump im Wahlkampf 2024 unterstützt. Doch nun sei er zu dem Schluss gekommen, dass er seine ideologische Agenda mit Trump nicht mehr umsetzen könne. „Trump ist kein Ideologe, er ist impulsiv und egozentrisch“, so Linker. Carlson hingegen sei ein Denker mit Prinzipien.

Carlson spricht für eine isolationistische Fraktion

Die Mehrheit der republikanischen Basis teile Carlsons isolationistische Positionen nicht, insbesondere in der Außenpolitik. „Die meisten sind ziemliche Falken, die es toll finden, wenn die USA militärische Macht demonstrieren“, erklärt Linker. Allerdings gebe es eine Überschneidung mit linken und unabhängigen Wählern, die ebenfalls gegen Interventionen seien. Diese Wähler habe Trump 2024 für sich gewinnen können – und nun drohe er, sie zu verlieren.

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Trump behält Kontrolle über die Partei

Trotz des Austritts zeige Trump weiterhin starke Kontrolle über die Partei. Er könne immer noch Kandidaten ausschalten, die gegen ihn gearbeitet hätten, wie bei den Vorwahlen geschehen. „Der US-Präsident hat gerade wieder gezeigt, dass er seine Partei nach wie vor stark kontrolliert“, so Linker.

Der Irankrieg schadet Trumps Ansehen

Für die MAGA-Hardliner sei die Ursünde, dass Trump den Irankrieg überhaupt begonnen habe. „Sie wollen keine militärischen Abenteuer im Ausland mehr“, betont Linker. Die schlechte Kriegslage enttäusche viele Republikaner und nütze der Tucker-Fraktion sowie antisemitischen Verschwörungstheoretikern. Carlsons Austritt sei ein Manöver, um die Partei in seine Richtung zu treiben.

Vizepräsident Vance in einer Zwickmühle

Vizepräsident JD Vance verhandelt in der Schweiz einen Frieden mit Iran. Linker beschreibt dies als „Albtraum“ für Vance, der sich als MAGA-Ideologe gegen den Krieg ausgesprochen habe. „Er musste mal wieder feststellen, dass Trump nicht entlang feststehender Prinzipien handelt“, so Linker. Dennoch helfe ihm die schlechte Kriegslage, da er als Stimme der Vernunft dastehe. Wäre der Krieg ein Erfolg, wäre Außenminister Marco Rubio der Star, und Vance hätte kaum Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur 2028.

Trumps Verhalten untergräbt Verhandlungen

Linker kritisiert, dass Trump während der Verhandlungen neue Drohungen poste, was auf die Iraner nicht vertrauensfördernd wirke. Dennoch bedeute die Rolle als Chefverhandler für Vance, dass er relevant bleibe.

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