Brandanschlag auf Asylheim: Zwei weitere mutmaßliche Rechtsextremisten festgenommen
Brandanschlag Asylheim: Zwei mutmaßliche Rechtsextremisten festgenommen

Mehr als anderthalb Jahre nach dem versuchten Brandanschlag auf eine Asylunterkunft in Thüringen hat die Bundesanwaltschaft zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremistischen Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ festnehmen lassen. Joel F. und Elias F. wurden im Landkreis Altenburger Land und in Gera (Thüringen) von Ermittlern des Bundeskriminalamts bereits am Mittwoch festgenommen.

Vorwürfe: Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und versuchter Mord

Den beiden Deutschen wird vorgeworfen, als Jugendliche eine terroristische Vereinigung unterstützt zu haben. Außerdem ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen sie unter anderem wegen versuchten Mordes, versuchter Brandstiftung mit Todesfolge und versuchter schwerer Brandstiftung. Die Festnahmen erfolgten im Zusammenhang mit dem Angriff auf eine bewohnte Asylbewerberunterkunft in Schmölln am frühen Morgen des 5. Januar 2025.

Terror-Teenies wollten Feuer in Asylunterkunft legen

Nach Angaben der Ermittler sollen Joel F. und Elias F. gemeinsam mit den bereits vor Gericht stehenden Claudio S. und Justin W. die Unterkunft angegriffen haben. Die Gruppe schlug ein Fenster ein und versuchte anschließend, mit einer Feuerwerksbatterie entzündete Pyrotechnik in das Gebäude zu schießen. Ein Feuer brach jedoch nicht aus. Damals waren an der Unterkunft rechtsradikale Schmierereien und fremdenfeindliche Parolen entdeckt worden.

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Die rechtsextreme Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“

Die Gruppe wurde im April 2024 gegründet. Ihre Mitglieder sind 14 bis 18 Jahre alt. Trotz ihres jungen Alters hatten sie radikale Pläne. Ihr Ziel soll gewesen sein, durch Gewalttaten gegen Migranten und politische Gegner den demokratischen Staat zu destabilisieren. Die „Letzte Verteidigungswelle“ steht bereits vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg im Mittelpunkt eines Terrorprozesses. Dort wirft die Bundesanwaltschaft mehreren militanten Neonazis unter anderem Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, versuchten Mord und schwere Brandstiftung vor.

Prozessauftakt in Hamburg: Ziel war „Rückeroberung des Landes“

Zum Prozessauftakt schilderte Oberstaatsanwalt Stefan Biehl das mutmaßliche Ziel der Gruppe. Sie habe vorgehabt, „das Land im Sinne der SA zurückzuerobern“. Aus internen Chats zitierte er außerdem den Satz: „BRD sollte von Ausländern gesäubert werden“. Der Prozess gegen die mutmaßlichen Mitglieder der Terrorgruppe läuft noch.

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