Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson sorgt weiterhin für Schlagzeilen. In seiner aktuellen Kolumne für die konservative Tageszeitung „Daily Mail“ lobt er den Tech-Milliardär Elon Musk überschwänglich. „Elon Musk ist das Paradebeispiel für das egozentrische Streben nach Erfolg, das den Kapitalismus antreibt. Deshalb könnte SpaceX ein solcher Segen für die Menschheit sein“, schreibt Johnson. Dass Musk weltweit rechtsextreme und autoritäre Politiker unterstützt, erwähnt der Ex-Premier mit keinem Wort.
Vom EU-Austritt zum politischen Absturz
Johnson, der einst als „europäischer Donald Trump“ galt, führte Großbritannien 2020 aus der Europäischen Union. Sein politischer Absturz begann mit der „Partygate“-Affäre: Während des Lockdowns fanden in seinem Amtssitz Downing Street mehrere illegale Feiern statt. Nach internen Untersuchungen und einem Misstrauensvotum trat er im Juli 2022 zurück. Seither hat er sich aus der ersten Reihe der Politik zurückgezogen.
Millionen Follower in sozialen Medien
Heute hat Johnson auf Plattformen wie Twitter und Instagram Millionen Follower. Seine Posts erreichen regelmäßig ein breites Publikum, was Spekulationen über ein politisches Comeback nährt. Beobachter sehen in seiner starken Social-Media-Präsenz eine strategische Vorbereitung auf eine Rückkehr. Johnson selbst hält sich bedeckt, doch seine Kolumnen und Auftritte deuten auf anhaltenden politischen Ehrgeiz hin.
Kontroverse um Musk-Lob
Die Lobeshymne auf Elon Musk ist nicht unumstritten. Kritiker werfen Johnson vor, die problematischen politischen Verflechtungen Musks zu ignorieren. Musk hatte in der Vergangenheit unter anderem den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und andere rechtsgerichtete Politiker unterstützt. Johnson hingegen stellt Musk als Vorbild für kapitalistischen Erfolg dar – eine Haltung, die bei seinen Anhängern gut ankommt, aber auch für neue Kontroversen sorgt.
Wie geht es weiter mit Boris Johnson?
Ob Johnson tatsächlich ein Comeback plant, ist unklar. Fest steht, dass er weiterhin die öffentliche Bühne sucht. Seine Kolumnen, Social-Media-Aktivitäten und gelegentliche Auftritte bei konservativen Veranstaltungen halten ihn im Gespräch. Sollte die Konservative Partei in Umfragen weiter abstürzen, könnte Johnson als erfahrener Wahlkämpfer zurückkehren. Vorerst bleibt er jedoch der Mann, der Großbritannien aus der EU führte – und der über eine Party stürzte.



