Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter (90) hat scharfe Kritik an der angeblichen Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump auf die Aufhebung der Roten Karte gegen den amerikanischen Stürmer Folarin Balogun geübt. „Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben“, schrieb Blatter auf der Plattform X. „Sie werden auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien revidiert.“
Blatter: Fußball darf nicht politischen Machtinteressen dienen
Blatter betonte: „Der Fußball darf niemals zum Spielball politischer Machtinteressen werden.“ Er stellte die Frage: „Wenn ein US-Präsident beim FIFA-Präsidenten interveniert – und ein Spieler plötzlich vor einem K.-o.-Spiel der Weltmeisterschaft freigesprochen wird –, stellt sich unweigerlich die Frage: Quo vadis, FIFA?“
Der Fußball-Weltverband FIFA hatte die Rote Karte gegen Balogun aufgehoben. Der 25-jährige Torjäger hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, nachdem er unabsichtlich auf dem Knöchel seines Gegners Tarik Muharemovic gelandet war. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen und Druck ausgeübt haben, die Sperre zu überprüfen.
Internationale Kritik an der Entscheidung
Die überraschende Entscheidung hatte international viel Kritik und zahlreiche Fragen aufgeworfen. Die Chancen der Amerikaner auf den Viertelfinal-Einzug steigen durch die Möglichkeit, den besten Stürmer des Teams doch einsetzen zu können. Nach dem Aus von Kanada (gegen Marokko) und Mexiko (gegen England) will der dritte WM-Gastgeber unbedingt im Turnier bleiben.
Das WM-Achtelfinale zwischen den USA und Belgien findet in der Nacht zum Dienstag statt (2.00 Uhr/ARD und Magenta TV). Ein Sieg wäre für die Amerikaner der erste Viertelfinal-Einzug seit der Weltmeisterschaft 2002.



