In Kuba ist das Stromnetz erneut landesweit zusammengebrochen. Die staatliche Elektrizitätsgesellschaft UNE teilte mit, dass die Ursachen des vollständigen Blackouts derzeit untersucht werden. Für die Bevölkerung bedeutet dies einen weiteren Rückschlag inmitten der anhaltenden Energiekrise. Bereits seit Monaten gehören teils stundenlange Stromausfälle in vielen Regionen des Landes zum Alltag. Das kubanische Stromnetz gilt als stark veraltet und leidet seit Jahrzehnten unter mangelnden Investitionen.
Dramatische Folgen des US-Embargos
Die sozialistische Karibikinsel steckt in einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise. Die Regierung in Havanna macht dafür primär die Sanktionen der USA verantwortlich. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Kuba mit einem Ölembargo weiter erhöht. Washington verfolgt damit das Ziel, wirtschaftliche und politische Veränderungen nach seinen Vorstellungen in dem Inselstaat zu erzwingen.
Castro-Enkel offen für Gespräche mit Trump
Der Enkel des früheren kubanischen Staatschefs Raúl Castro hat sich überraschend offen für direkte Gespräche mit US-Präsident Donald Trump gezeigt. „Ich kann mit jedem verhandeln, den die USA benennen“, sagte Raúl Guillermo Rodríguez Castro in einem Interview am Montag in der Zeitung „USA Today“. „Wenn sich die Gelegenheit ergibt, selbstverständlich auch mit Trump.“
Es ist das erste Interview des 42-Jährigen mit einem US-Medium. Rodríguez Castro bekleidet zwar kein Regierungsamt, gilt jedoch als enger Vertrauter seines Großvaters und arbeitet nach eigenen Angaben als dessen Leibwächter. Auf Kuba ist er unter dem Spitznamen „El Cangrejo“ (Die Krabbe) bekannt.
Seine Äußerungen stehen im Kontrast zur offiziellen Linie der kubanischen Regierung. Außenminister Bruno Rodríguez hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, Havanna sei nicht an der Haltung der US-Regierung zu Fragen der nationalen Souveränität interessiert. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern befinden sich seit Jahren auf einem Tiefpunkt.



