Überlebende führt Touristen durch Hamas-Terror-Ort des Nova-Festivals
Überlebende zeigt Touristen den Ort des Hamas-Horrors

Überlebende zeigt Touristen den Ort des Grauens

Amit Ganish (26) erlebt den Hamas-Horror jeden Tag neu. Sie hatte ihrer Mutter und ihrem Freund bereits Abschieds-SMS geschrieben und in ihrem Handy eine Abschiedsnotiz hinterlassen. Doch die damals 23-Jährige überlebte den Terroranschlag auf das Nova-Festival. Heute führt sie Besuchergruppen über das Gelände, das fünf Kilometer von der Grenze zu Gaza entfernt liegt, und teilt ihre Geschichte.

Während Amit erzählt, sind in der Ferne immer wieder Schüsse zu hören. Der Krieg ist allgegenwärtig auf dem Gelände des Nova-Festivals. Hier feierte Amit, bevor Hamas-Terroristen das schlimmste Pogrom an Juden seit dem Holocaust verübten. Aus dem Ort des Terrors ist eine der wichtigsten Gedenkstätten Israels entstanden.

Die Nacht des Massakers

Amit strahlt zunächst, als sie von der Nacht auf den 7. Oktober 2023 berichtet. Sie war 23 Jahre alt, liebte Partys, tanzte und trank Alkohol. „Wir haben bis 6 Uhr morgens gefeiert, als die Sonne aufging. Ich habe gedacht: Das ist der schönste Sonnenaufgang, den ich je gesehen habe, und habe ihn gefilmt“, erinnert sie sich. Plötzlich tauchten Raketen am Himmel auf.

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Um 6.29 Uhr stoppte die Musik. Viele gerieten in Panik. An ihrer Seite waren ihre beste Freundin Zohar und deren Partner Matan (†35), der für den Festival-Sound verantwortlich war. Amit erklärt: „Meine Freundin und ich haben am Gazastreifen gedient und kennen die Raketen. Wir dachten, wir fahren in Ruhe nach Hause, sobald der Beschuss vorbei ist.“ Unter der Bühne legten sie sich schlafen. Dann weckten sie Schreie und Schüsse.

Flucht und Versteck

Eine Frau rief: „Lauft, lauft, Terroristen!“ Amit und ihre Freunde wollten mit neun Leuten in einem kleinen Auto flüchten. Die Schüsse verfehlten ihren Nacken und ihr Bein nur knapp. Überall lagen Leichen. „Ich habe mindestens 70 Terroristen gesehen. Sie haben ‚Allahu Akbar‘ gerufen und wollten Juden töten“, sagt sie. Die Straßen gehörten bereits der Hamas.

Amit rannte im Zickzack und suchte mit Zohar Schutz zwischen Bäumen, während der verwundete Matan anderen Fluchtrouten zeigte und schließlich brutal ermordet wurde. „Wir haben uns unter einem Busch versteckt. Ich habe Sand und Blätter auf mich gelegt, damit die Terroristen mich nicht finden“, berichtet Amit. Sie hörten, wie Menschen entführt, vergewaltigt und ermordet wurden. „Wir haben nur gebetet“, fügt sie hinzu.

Nach neun Stunden waren Amit und Zohar durstig und müde. Amits Mutter schrieb ihr, sie solle nicht aus den Büschen kommen, da sich Terroristen als israelische Soldaten ausgeben könnten. Als um 17 Uhr ein Mann mit arabischem Akzent rief, ob noch jemand am Leben sei, rief ihre Freundin „Ja“. „Ich dachte, das war’s jetzt, aber es war ein Held, der uns gerettet hat“, sagt Amit erleichtert.

Vom Opfer zur Führerin

Nach einer Woche voller Beerdigungen kämpfte Amit selbst wieder an der Front gegen die Hamas. Heute führt sie Besuchergruppen über das Nova-Festivalgelände. „Ich habe viele Freunde, die nicht überlebt haben, und möchte ihre Stimme sein. Das ist meine Verantwortung“, erklärt sie. Wenn sie für die Führungen zurückkehrt, bleibt ein flaues Gefühl: „Für mich ist das ein Ort der Trauer und Hoffnung. Es ist schwer, meine Freunde nur noch auf Bildern zu sehen. Gleichzeitig hat das Land Israel den Tag überlebt. Ich habe gerade geheiratet und werde meine Kinder hier großziehen.“

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