Gerald Asamoah (47) hat sich in die Diskussion um die Aussagen von Bastian Schweinsteiger (41) über den afrikanischen Fußball eingeschaltet. Der 43-malige deutsche Nationalspieler und Vizeweltmeister von 2002 schrieb auf sozialen Netzwerken, er habe „ein paar Tage überlegt, ob ich auch etwas dazu sage. Aber ich denke, es ist wichtig.“
Asamoah verteidigt Schweinsteiger gegen Rassismus-Vorwurf
Der langjährige Fan-Liebling des FC Schalke 04 wünscht sich eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Asamoah stellte klar: „Eins vorweg: Ich kenne Basti seit Jahren sehr gut und bin mir ganz sicher: Er ist kein Rassist.“ Der frühere Stürmer weiter: „Das ist für mich aber auch gar nicht der Punkt und ihn jetzt öffentlich anzugehen, bringt die Debatte aus meiner Sicht nicht weiter.“
Vielmehr sollten wir uns damit beschäftigen, dass sich bestimmte Denkmuster – auch wenn sie überhaupt nicht abwertend gemeint sind – seit Jahrzehnten im Fußball eingeprägt haben: Spieler aus Afrika und allgemein schwarze Fußballer seien wild, taktisch und technisch schwach und nicht so spielintelligent wie Europäer (also Weiße), dafür körperlich stark, robust und athletisch. „Hat bestimmt jeder schon mal gehört. Und so ist schnell ein ganzer Kontinent mit ein, zwei Sätzen beschrieben“, so Asamoah.
Schweinsteigers Aussagen und die Reaktionen
Bastian Schweinsteiger hatte in seiner Rolle als ARD-Experte die Spielweise des deutschen Vorrunden-Gegners Elfenbeinküste als ein „bisschen unorthodox“, „ein bisschen wild“ und „vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt“ beschrieben. Der 121-malige deutsche Nationalspieler und Weltmeister von 2014 wurde daraufhin kritisiert, rassistische Stereotype zu verbreiten.
Emerse Faé (42), Nationaltrainer der Elfenbeinküste, sagte daraufhin: „Ich stimme ihm nicht zu. Alles, was ich tun kann, ist zu zeigen, dass wir nicht nur physisch spielen, sondern auch taktisch und technisch.“ Man könne solche Aussagen „rassistisch nennen“. Schweinsteiger verteidigte sich mit einem Statement: „Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger.“
Asamoah fordert Hinterfragen von Denkmustern
Asamoah meinte weiter: „Ich habe das Gefühl, dass wir uns oft mehr damit beschäftigen, ob jetzt jemand ein Rassist ist oder nicht. Ich würde mir aber wünschen, dass wir uns eher darum kümmern, diese Denkmuster ernsthaft zu hinterfragen.“ Afrika sei „einfach ein riesiger Erdteil mit so vielen unterschiedlichen Sprachen, Völkern und Kulturen“, Pauschalisierungen seien daher unzulässig. „Aber solche Ansichten halten sich bis heute. Nicht aus bösem Willen. Sondern weil diese Stereotypen ganz tief gesellschaftlich verankert sind und wie selbstverständlich weitergegeben werden.“



