Der australische Premierminister Anthony Albanese hat sich öffentlich für seine Äußerungen über Popstar Kylie Minogue in einem Podcast-Interview entschuldigt. Die Kommentare lösten eine Welle der Kritik aus und brachten den Premier in Erklärungsnot.
Äußerungen im Podcast „Bush Deep“
Albanese war im Podcast „Bush Deep“ mit der Komikerin Nikki Osborne zu Gast. Während des 20-minütigen Interviews stellte Osborne ihm die provokative Frage, ob er mit Minogue, der Schauspielerin Nicole Kidman oder der Entertainerin Rhonda Burchmore „schlafen, sie heiraten oder mit ihnen ausgehen“ würde. Nach anfänglichem Zögern antwortete Albanese: „Oh, Kylie, ganz klar.“
Osborne, die für ihre derben Comedy-Sketche auf YouTube bekannt ist, betreibt den Podcast seit Anfang des Jahres. Auf ihrer Website beschreibt sie sich als „völlig unpassende Journalistin“, die „Fragen stellt, die sich sonst niemand trauen würde“.
Entschuldigung und Kritik
In einer einzeiligen Erklärung, die am frühen Montagmorgen veröffentlicht wurde, sagte der Premierminister: „Ich entschuldige mich uneingeschränkt für die Äußerungen.“ Die Opposition ließ nicht lange auf sich warten: Die Abgeordnete Zali Steggall von der Partei Community Strong bezeichnete die Äußerungen als „völlig unangemessen“ und forderte Albanese auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und dies als sexistisch zu benennen.
Die Oppositionspolitikerin Sarah Henderson erklärte auf X, die Kommentare seien „respektlos gegenüber Frauen, peinlich für die Australier und herabwürdigend für das Amt des Premierministers“. Die Kritik zeigt, wie sensibel das Thema Sexismus in der australischen Politik ist.
Regierung verteidigt Premier
Albaneses Regierung verwies dagegen auf ihre Bilanz in der Gleichstellungspolitik. Sein Stellvertreter Richard Marles betonte, der Premier habe sich „unmissverständlich entschuldigt“. Arbeitsministerin Tanya Plibersek nahm den Regierungschef ebenfalls in Schutz und sagte, mit seiner Bewunderung für Kylie Minogue stehe er „in einer Reihe mit Millionen Australiern“.
Kylie Minogue gilt als eine der erfolgreichsten australischen Künstlerinnen aller Zeiten. Weltweit verkaufte sie über 80 Millionen Tonträger mit Superhits wie „Can’t Get You out of My Head“ und „Padam Padam“. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltende Debatte über Sexismus in der Politik und die Erwartungen an Führungspersönlichkeiten.



