Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) steht erneut massiv in der Kritik. Gegner bezeichnen ihn als „Mann, der sich für Gott hält“, „Sonnenkönig“ oder „Diktator“. Bei der WM in den USA spielt er die Rolle des Hofnarren von Präsident Donald Trump (80).
Enge Freundschaft mit Trump und umstrittene Gnadenakte
„Johnny“, wie Trump den Fifa-Boss verniedlicht, erhielt Ende Dezember von Trump einen eigens kreierten Friedenspreis des Luxus-Juweliers Tiffany. Nun genügt ein Anruf aus dem Weißen Haus, und Infantino begnadigt Rot-Sünder Folarin Balogun (25) vom Gastgeber USA. Skandale prallen am Teflon-Funktionär ab, ähnlich wie Strafprozesse an seinem Kumpel Donald. „Chillt mal“, empfiehlt Infantino in Krisen und wächst weiter.
Machtprinzip: Schenke und herrsche
Infantinos Prinzip lautet: Schenke und herrsche – inklusive Willkür. Zehn Länder wurden vor der WM wegen „politischer Einmischung“ gesperrt. Er macht eigene Gesetze. Alle 211 Fifa-Mitgliedsverbände haben bei der Präsidentenwahl nur eine Stimme – ein Graus für große Fußballnationen, ein Paradies für Infantino. Besonders ärmere Verbände aus Südamerika, Afrika und Asien hat er mit steigenden Zahlungen gefügig gemacht. Seine Wiederwahl 2027 gilt als gesichert. Die Uefa und der DFB schauen machtlos zu.
Umsatz-Prognose und WM alle zwei Jahre
Vor der Giganten-WM (48 Teams, 104 Spiele) in den USA verkündete Infantino eine Umsatz-Prognose von 14 Milliarden Euro für die Periode 2023 bis 2026 – eine Steigerung von rund 70 Prozent gegenüber der WM 2022 in Katar. Sein Traum, die WM alle zwei Jahre auszurichten, wurde vom Europarat gestoppt. Wer den Italo-Schweizer mit libanesischer Staatsbürgerschaft im TV-Interview auf Schweizerdeutsch über Trinkpausen und abgelehnte US-Einreisen hört, könnte ihn für einen harmlosen Märchenonkel halten.
Turniere an Schurkenstaaten und Kritik an Infantinos Kurs
In Wahrheit vergibt Infantino (vier Kinder) Turniere an Schurkenstaaten, wie die WM 2034 in Saudi-Arabien. Mit „Blut-Scheich“ Kronprinz Bin Salman ist er eng verbunden. Er will Russland wieder salonfähig machen und verbündet sich mit Despoten wie Putin. Zudem melkt er Fans durch Wucher bei Ticketpreisen in den USA, Kanada und Mexiko (dynamische Preise). Seit seinem Amtsantritt 2016 als Nachfolger von Sepp Blatter (90) versprach Infantino, die Fifa von Korruption zu befreien und transparenter zu machen. Heute ist der Verband politischer und undurchsichtiger denn je. Sein Motto: „Was jucken mich Ethik, Menschenrechte und Regelwerk, wenn’s anders mehr Kohle bringt?“
Blatters Kritik und Klima-Bilanz
Vorgänger Blatter klagte vor der WM: „Die Fifa ist im Moment eine Diktatur. Alles, was der Präsident sagt, wird gemacht. Und alles andere wird zum Schweigen gebracht. Der Präsident reist mit Jets um die Welt und hat vergessen, dass die Essenz der Fifa das Spiel ist.“ Laut einer Spiegel-Hochrechnung wird Infantino bis zum WM-Ende rund 70.000 Flugkilometer (230.000 Liter Kerosin) im Privatjet zurückgelegt haben – zwei Spiele pro Tag. Umweltorganisationen laufen Sturm. Klimawandel? Infantino stört das nicht. Er verkauft weiter ungeniert unseren Fußball und kuschelt mit Despoten.



