Nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus fordert die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg mehr Schutz vor rechtsextremistischen Angriffen. Der Sprecher der Initiative, Lukas Pellio, der auch Cottbuser Studentenpfarrer ist, sagte der Deutschen Presse-Agentur, er könne kein Nachlassen rechter Aktivitäten feststellen. „Wir nehmen stattdessen eine Zunahme der Brutalität wahr.“ Nach solchen Angriffen erlebe er oft eine ehrliche Betroffenheit von Politikern, das Bemühen lasse aber aus seiner Sicht mit der Zeit nach.
Ermittlungen wegen versuchten Mordes
Die Polizei ermittelt nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf das Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Sie geht davon aus, dass die zwei Tatverdächtigen aus dem rechtsextremistischen Spektrum stammen. Es ist nicht der erste Angriff auf das Projekt. Bereits in der Vergangenheit war die Einrichtung Ziel von rechtsextremistischen Übergriffen.
Landesregierung kündigte Maßnahmen an
Nach einer Serie rechter Straftaten in Cottbus hatte die Landesregierung unter anderem mehr Polizeischutz und eine neue Ermittlungsgruppe angekündigt. Der Pfarrer rief zum verstärkten Engagement gegen rechtsextremistische Angriffe auf. „Es muss ein sichtbares Zeichen werden, dass es nicht nur einen kurzfristigen Aufschrei braucht, sondern eine langfristige Unterstützung.“
Mahnwache geplant
Für heute um 20.00 Uhr ist eine Mahnwache vor dem Wohnprojekt geplant. Die Initiative Sichere Orte Südbrandenburg zeigt sich bestürzt über den Vorfall und fordert nachhaltige Maßnahmen zum Schutz betroffener Einrichtungen.



