Gartenpflanzen richtig gießen: Tipps für Wassermenge und Zeitpunkt
Gartenpflanzen richtig gießen: Tipps für Wassermenge

Wer seinen Garten richtig gießt, spart nicht nur Wasser, sondern hilft den Pflanzen auch, heiße und trockene Tage besser zu überstehen. Entscheidend sind dabei nicht nur die Wassermenge, sondern auch der Zeitpunkt und die Methode der Bewässerung.

Grundregel: Lieber seltener, dafür durchdringend gießen

Frisch gepflanzte Stauden, Gemüse und Kübelpflanzen benötigen deutlich mehr Wasser als eingewachsene Sträucher oder Bäume. Grundsätzlich gilt: Lieber seltener, dafür durchdringend gießen. Wer täglich nur kleine Wassermengen verteilt, fördert vor allem flache Wurzeln in den oberen Bodenschichten, erklärt Dr. Harald Nonn, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft, gegenüber myHOMEBOOK. Dort trocknet die Erde besonders schnell aus. Tiefgründiges Gießen regt dagegen das Wachstum tiefer Wurzeln an und macht Pflanzen widerstandsfähiger gegen Trockenperioden.

Wassermenge richtig bestimmen

Viele Hobbygärtner können nur schwer einschätzen, wie viel Wasser tatsächlich aus dem Gartenschlauch kommt. Ein einfacher Eimer-Test schafft Klarheit: Man stellt einen Eimer mit bekanntem Fassungsvermögen unter den Schlauch und misst die Zeit, bis er gefüllt ist. So lässt sich die Fördermenge bestimmen und die Bewässerung besser planen.

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Auch beim Rasen ist die richtige Menge entscheidend. Statt täglich kurz zu sprengen, empfiehlt sich im Sommer eine gründliche Bewässerung ein- bis zweimal pro Woche. Als Orientierung dienen 15 bis 25 Millimeter Wasser, die in einem geraden Glas oder einer flachen Dose auf dem Rasen aufgefangen werden. Das entspricht etwa 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter.

Bester Zeitpunkt: Morgens gießen, Mittagshitze meiden

Ideal sind die frühen Morgenstunden. Dann sind Boden und Luft noch kühl, sodass weniger Wasser verdunstet. Außerdem steht den Pflanzen die Feuchtigkeit bereits zur Verfügung, wenn die Temperaturen im Tagesverlauf steigen. Abendliches Gießen ist ebenfalls möglich, allerdings bleiben Pflanzen und Boden dann länger feucht, was unter bestimmten Bedingungen Pilzkrankheiten begünstigen kann. Von der Bewässerung in der Mittagshitze wird abgeraten, da ein Teil des Wassers verdunstet, bevor er die Wurzeln erreicht. Dadurch sinkt die Effizienz, und oft wird mehr Wasser benötigt, um denselben Effekt zu erzielen.

Regenwasser nutzen und Boden schützen

Viele Pflanzen profitieren von Regenwasser, da es meist weniger Kalk enthält als Leitungswasser. Besonders kalkempfindliche Arten wie Hortensien, Rhododendren oder Heidelbeeren wachsen damit oft besser. Regentonnen oder Zisternen helfen zudem, Trinkwasser zu sparen.

Damit Wasser länger im Boden bleibt, spielt auch die Pflege eine Rolle. Statt häufigem Umgraben empfiehlt sich ein vorsichtiges Lockern mit Hacke oder Kultivator. Zusätzlich reduziert eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Rindenmaterial die Verdunstung und hält den Boden länger feucht.

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