ESC 2026 in Wien: Diese Favoriten begeistern vor dem Finale
ESC 2026: Favoriten in Wien begeistern

Wien – 26 Lieder treten im Finale des 70. Eurovision Song Contest an, der in Wien ausgetragen wird. Das Erste überträgt live in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai. Vorab wird über folgende Songs besonders viel gesprochen, und sie liegen bei den Wettanbietern ganz vorn.

Australien: Delta Goodrem – „Eclipse“

Als der ESC das letzte Mal in Wien stattfand, war Australien zum ersten Mal eingeladen. Das Land hat viele ESC-Fans und ist inzwischen eine feste Größe. Der Song der Castingshow-Bekanntheit („The Voice“) ist klassischer Radio-Pop mit Harfe, Streichern, Klavier und einer fast unvermeidlichen Rückung, bei der die Sängerin ihre stimmlichen Höhen zeigt.

Dänemark: Søren Torpegaard Lund – „Før vi går hjem“

Nebelmaschine, nackte Haut und sprühende Funken begleiten den dramatischen Popsong des Musicaldarstellers. „Før vi går hjem“ handelt von einer heißen Partynacht, die nicht enden soll. Die Nummer hat Power, doch bleibt abzuwarten, ob sie das europäische Publikum in der Originalsprache ebenso mitreißt wie das dänische. Lund beschrieb den Song als „eine sauer-süße Süßigkeit“.

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Finnland: Linda Lampenius & Pete Parkkonen – „Liekinheitin“

„Epic, iconic“ rufen junge Leute bei dieser Nummer mit viel Violinensound und einem brennenden Beichtstuhl. Linda Lampenius ist eine erfolgreiche Klassikmusikerin, der 20 Jahre jüngere Pete ein Popstar aus einer Castingshow. Der Titel bedeutet auf Deutsch „Flammenwerfer“ und handelt von einer unerfüllten Liebe: „Du bist so heiß, und doch eiskalt, du bist ein Flammenwerfer“.

Frankreich: Monroe – „Regarde !“

Das französische Fernsehen schickt eine Pop-Arie ins Rennen. Die erst 17-jährige Sopranistin Monroe Rigby, geboren in Salt Lake City, vertritt die Grande Nation mit hohen Tönen und Pathos. Wie der letztjährige Sieger JJ ist sie in der Opernwelt zu Hause, interessiert sich aber auch für Pop. Das Liebeslied enthält Zeilen wie: „Sieh mich an, sieh dich selbst an, das ist Liebe, sie trifft dich wie ein Blitz“.

Griechenland: Akylas – „Ferto“

„The Voice Of Greece“-Teilnehmer Akylas Mytilineos (27) tritt mit einem schnellen Song mit Dancebeat, arabisch anmutenden Elementen und 80er-Videospielsounds an. Er verwendet griechische, englische, spanische und französische Wörter. Textlich geht es in „Ferto“ (etwa „Gib her“/„Bring her“) um Überkonsum und den Drang nach immer mehr Besitz. Persönlicher Hintergrund: Als Kind konnte sich seine Mutter nicht alles leisten, daher gibt es eine Passage an sie: „Ich werde dafür sorgen, dass es uns an nichts mehr fehlt, Mama.“

Israel: Noam Bettan – „Michelle“

Der israelische Beitrag hat einen dreisprachigen Text: Teile auf Hebräisch, etwas Englisch, das meiste auf Französisch. Die Eltern des Interpreten wanderten einst von Frankreich nach Israel aus. Noam Bettan (28) sagt, es sei ein Lied voller Energie und Gefühl. Im Text sind Herzschmerz-Vibes zu vernehmen: „Michelle! Ich lasse dich gehen, adieu, meine Schöne, ich lasse dich gehen, aber ich liebe dich, die Königin der Probleme, Michelle.“

Italien: Sal Da Vinci – „Per sempre sì“

Eine nostalgische und zeitlos anmutende Pop-Ballade mit neapolitanischem Flair und 70er-Disco-Einflüssen. Das gefühlvolle Lied handelt von einem Hochzeitsgelübde als Liebeserklärung – auf Deutsch: „Für immer Ja“. Sal Da Vinci (57) gewann das Sanremo-Festival und vertritt damit Italien. Im Sommer 2024 war sein Song „Rossetto e caffè“ ein TikTok-Trend; zahlreiche Clips zeigten Nutzer beim Morgenritual, Partymachen oder Flirten – wichtig dabei: dramatisches Lippenstift-Auftragen.

Rumänien: Alexandra Căpitănescu – „Choke Me“

Eine aufsehenerregende Rocknummer mit opernhaften Koloraturen, die das Zeug zum Skandal hatte, der aber nie richtig ausbrach. „Choke me“ – also „Würg mich“ – romantisiere unnötig sexuelle Strangulation und sei gefährlich, meinten Aktivisten. Die Sängerin beschwichtigte: Darum gehe es nicht, sondern um eine erdrückende Beziehung. Die EBU ließ den Song unbeanstandet.

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Schweden: Felicia – „My System“

Die Abba-Nation Schweden scheut keinen Aufwand. In mehreren Auswahl-Runden setzte sich Felicia unter 30 Kandidaten durch. Vor zwei Jahren nahm sie noch mit Strumpfmaske als Kunstfigur Fröken Snusk am Vorentscheid teil. Jetzt trägt sie eine schwarze Spitzenmaske über Mund und Nase und schmettert den pulsierenden Elektro-Popsong „My System“. Kühle Sounds treffen auf eine Lasershow, die die Bühne in rotes und grellweißes Licht taucht.

Ukraine: Leléka – „Ridnym“

Die Komponistin und Jazzmusikerin Viktoria Leléka (35), die seit zehn Jahren in Berlin lebt, tritt mit einer Hymne an die Liebsten an („Ridnym“ bedeutet „An die Liebsten“). Der mehrsprachige Song versprüht Melancholie mit folkloristischen Elementen, kraftvollen Vocals und einer feenartigen Erscheinung. Inhaltlich geht es um innere Stärke und Zuversicht in Zeiten von Zerfall und Unsicherheit.

Die Favoriten im Überblick:

  • Australien: Delta Goodrem („Eclipse“)
  • Dänemark: Søren Torpegaard Lund („Før Vi Går Hjem“)
  • Finnland: Linda Lampenius x Pete Parkkonen („Liekinheitin“)
  • Frankreich: Monroe („Regarde!“)
  • Griechenland: Akylas („Ferto“)
  • Israel: Noam Bettan („Michelle“)
  • Italien: Sal Da Vinci („Per Sempre Sì“)
  • Rumänien: Alexandra Căpitănescu („Choke Me“)
  • Schweden: Felicia („My System“)
  • Ukraine: Leléka („Ridnym“)