Schwerin: Finanzierung für neues Stadtgeschichtsmuseum mit Welterbe-Zentrum gesichert
Schwerin: Finanzierung für neues Stadtgeschichtsmuseum gesichert

Schweriner Stadtgeschichtsmuseum: Finanzierung durch Land und Stadt gesichert

Die Pläne für das neue Schweriner Stadtgeschichtsmuseum mit integriertem Welterbe-Informationszentrum nehmen konkrete Formen an. Am 10. April 2026 unterzeichneten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Vize-Oberbürgermeister Bernd Nottebaum (CDU) auf dem Schlachtermarkt einen sogenannten Letter of Intent. Diese Absichtserklärung besiegelt die gemeinsame Finanzierung des ambitionierten Kulturprojekts durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Landeshauptstadt Schwerin.

Welterbe-Titel als Verpflichtung und Chance

Ministerpräsidentin Schwesig betonte bei der Unterzeichnung die besondere Verantwortung, die mit dem UNESCO-Welterbe-Titel für das Residenzensemble Schwerin einhergehe. „Stadt und Land stellen sich dieser Verantwortung gemeinsam“, erklärte die Regierungschefin. Bereits jetzt profitiere Schwerin spürbar von der internationalen Auszeichnung durch steigende Besucherzahlen und ein gestärktes Stadtbewusstsein. Ausdrücklich dankte Schwesig dem zivilgesellschaftlichen Engagement, insbesondere den Vereinen Pro Schwerin, dem Welterbe-Förderverein und dem Schlossverein, für ihren Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes.

Im Rahmen der Städtebauförderung wird das Land die Stadt bei der Umsetzung des Museumsneubaus substantiell unterstützen. Die genauen Kosten des Projekts müssen laut Vize-OB Nottebaum noch detailliert ermittelt werden. Mit Zustimmung der Kommunalaufsicht des Innenministeriums kann die Stadt jedoch bereits jetzt die vorgesehenen 350.000 Euro für die vertiefte Planungsphase freigeben.

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Architektonisches Konzept steht fest

Wie das neue Stadtgeschichtsmuseum auf dem Schlachtermarkt einmal aussehen wird, ist bereits entschieden. Den Realisierungswettbewerb gewann im vergangenen Jahr das Berliner Architekturbüro „Jan Wiese Architekten“. Deren Entwurf überzeugte die Jury durch eine klare Gliederung in drei giebelständige Baukörper, die sich harmonisch in das historische Stadtbild einfügen. Insgesamt hatten sich 121 Architekturbüros mit Vorschlägen beworben.

Das Museumsgebäude wird sich an das denkmalgeschützte Haus Puschkinstraße 44 anschließen, das derzeit noch saniert wird und künftig Verwaltungs- und Funktionsbereiche beherbergen soll. Die bisher als Parkplatz genutzte Fläche wird somit einer kulturellen Nutzung zugeführt. Im Erdgeschoss des Neubaus ist ein öffentlich zugängliches Café geplant, das die Integration des Museums in das städtische Leben fördern soll.

Ausstellungskonzept und Zeitplan

Für die geplante Dauerausstellung existieren bereits konkrete inhaltliche Vorstellungen. Die Schau soll aus mehreren epochenübergreifenden Themenabschnitten bestehen, die den Zeitraum vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart abdecken. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf der Geschichte Schwerins als Residenzstadt liegen.

Vize-OB Nottebaum setzte bei der Unterzeichnung ein klares Zeichen für den Zeitplan: „2029 soll das Museum möglichst fertig sein“. Alle notwendigen Weichen seien nun gestellt, betonte er, und dankte erneut für die Unterstützung des Landes. Das neue Stadtgeschichtsmuseum mit Welterbe-Zentrum soll zudem eine zentrale Rolle bei der geplanten Landesgartenschau 2035 spielen.

Parallelförderung für Freilichtmuseum

Parallel zur Museumsfinanzierung gab es am selben Tag eine weitere positive Nachricht für die Schweriner Kulturlandschaft. Ministerpräsidentin Schwesig überreichte im Mueßer Freilichtmuseum eine Förderzusicherung in Höhe von mehr als 3,5 Millionen Euro. Diese Mittel sind für den zweiten Bauabschnitt der Sanierung vorgesehen, der ein Volumen von über 4,4 Millionen Euro umfasst.

Konkret soll der historische Kälberstall auf dem Gelände als modernes Seminarzentrum neu errichtet werden. Zudem plant das Museum die Neugestaltung verschiedener Freiflächen. „Die Renovierung des Freilichtmuseums ist ein langfristiges Projekt. Wir wollen, dass das Museum besser zugänglich wird und mehr Menschen anzieht“, erläuterte Schwesig die Förderentscheidung. Kulturdezernent Silvio Horn (Unabhängige Bürger) dankte für die Unterstützung und verwies auf weitere geplante Maßnahmen, darunter der Bau eines neuen Empfangsgebäudes mit Mitteln aus dem Bundesinfrastrukturpaket.

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