Filmlegenden nehmen Abschied von Freund und Mentor
Für viele war er der „Maestro“ und der gute Freund. Wie nur wenige andere hat der große Mario Adorf (†95) die europäische Filmlandschaft über Jahrzehnte geprägt. Dabei verlor er nie den Blick für das Wesentliche: seine Kollegen und Wegbegleiter. Er hat unzählige von ihnen besser gemacht, sie still gefördert und angespornt. Sie wollten sein wie „Super Mario“. Jetzt trauern sie um den Freund und deutschen Schauspielhelden, der einfach immer da war.
Besondere Erinnerungen zweier Legenden
Besonders berührend sind die Erinnerungen von Uschi Glas (82) und Terence Hill (87, geboren als Mario Girotti), die fast 70 Jahre an seiner Seite waren. Vor etwas mehr als zwei Jahren traf sich das Trio in München. Gefeiert wurde einer der Filme, die Adorf unsterblich gemacht haben – als Bösewicht in „Winnetou 1“, 60 Jahre nach den Dreharbeiten.
Uschi Glas schwärmt heute von dem Tag: „Er war ein so lieber Freund. Ich hätte ihn gerne noch mal getroffen. Ich habe gedacht: Jetzt hat er die Wohnung in München, vielleicht sehen wir uns. Aber es hat nicht geklappt.“ Und weiter: „Der Tag mit den beiden Marios war einfach nur schön und sehr lustig. Es war ein schöner Sprung zurück in eine wundervolle Zeit. Ich bin in Gedanken bei seiner Monique. Eine tolle Frau, ein wundervolles Paar mit so viel Liebe.“
Terence Hill: „Mario war einer der Größten“
Auch Kult-Haudegen Terence Hill ist tieftraurig über den Verlust seines Freundes. Beim gemeinsamen Essen schmiedeten beide noch Pläne. Zwei große Jungs, die davon träumten, noch einen Western gemeinsam zu drehen. Adorf damals: „Die beiden Marios zusammen? Ich steige sofort mit in den Sattel.“ Jetzt sagt Hill: „Mario Matteo war einer der größten Schauspieler. Ein Freund und Weggefährte.“ Die Bezeichnung „Matteo“ wählt er bewusst. Es bedeutet: „Geschenk Gottes“.
Rührende Worte von „Tatort“-Star Jan Josef Liefers
Und auch einer unserer größten Krimi-Helden findet wundervolle Worte für Adorf. Vor fast 30 Jahren drehte Jan Josef Liefers (61) an seiner Seite den Kino-Erfolg „Rossini“. Liefers erinnert sich an Mario als eine Art Mentor: „Seit ich Mario kennenlernte, habe ich keinen gelasseneren, großzügigeren, toleranteren, internationaleren und eleganteren Kerl mehr getroffen. Er hielt sich nie für etwas Besseres.“
Beide verband mehr als die Arbeit: „Wir haben später ein paar lustige und gemütliche Dinge miteinander erlebt, von einem großartigen Essen in einem abgelegenen, schlichten Fischlokal nahe Saint-Tropez bis zu einer Überfahrt in einer fast gekenterten Barkasse in stürmisch aufgepeitschter See vor Monaco. Und immer bewahrte er Grandezza, blieb zugewandt, väterlich und humorvoll.“
Adorf half sogar bei der Wohnungssuche: „Als ich nach Rom ziehen wollte, suchte ich seinen Rat. Er konnte stundenlang erzählen und steckte voller Anekdoten und Geschichten. Ich denke jetzt an die Liebe seines Lebens, an Monique, die bis zum Ende seines Erdenlebens bei ihm war. In Gedanken umarme ich sie fest. Ihr wart ein beeindruckendes Paar und zusammen ein echtes Vorbild! So eine traurige Nachricht …“



