Feueralarm während Dr. Pop-Show in Templin: Laserharfe sorgt für ungeplanten Feuerwehreinsatz
Manchmal reicht ein einziger Ton, um ganze Erinnerungswelten zu öffnen. Ein Beat kann einen Sommer, ein Gesicht oder ein Gefühl zurückbringen. Dass Musik weit mehr ist als bloße Unterhaltung, sondern ein kollektives Gedächtnis und verbindendes Element über Generationen hinweg, wurde am vergangenen Freitag im Multikulturellen Centrum (MKC) Templin nicht nur theoretisch erörtert, sondern mitreißend demonstriert. Verantwortlich dafür war Dr. Pop, alias Doktor Markus H. Wyrwich, der mit seinem Programm „Hitverdächtig“ zum zweiten Mal in der Kurstadt gastierte und einen Abend zwischen Klanganalyse, Komik und unerwartetem Alarmzustand bot.
Dr. Pop seziert Songs und begeistert mit temporeicher Popgeschichte
Der Saal war ausverkauft, rund 300 Besucherinnen und Besucher verfolgten gespannt die Darbietung. Dr. Pop, ein promovierter Musik- und Medienwissenschaftler, ist kein gewöhnlicher Comedian. Kenntnisreich seziert er Songs, legt verborgene Samples frei und erklärt die Mechanismen des musikalischen Erfolgs, alles mit einer Leichtigkeit, die selbst komplexe Zusammenhänge spielerisch erscheinen lässt. Zwischen Hip-Hop und Schlager, Klassik und Jazz entfaltete sich ein faszinierendes Panorama der Klänge, das gleichermaßen unterhielt und erhellte.
Doch dieser Abend hielt eine unerwartete Pointe bereit, die nicht allein der Dramaturgie der Show geschuldet war. Es war der Bühnennebel, der für besondere Effekte wie die Laserharfe eingesetzt wurde. Geschäftsführerin Kathrin Bohm-Berg vom MKC Templin erläuterte: „Eigentlich machen wir keinen Bühnennebel, weil die Brandmeldeanlage sehr sensibel ist. Für Dr. Pop haben wir eine Ausnahme gemacht, denn nur so konnte er Gags wie die Laserharfe zeigen. Die Rauchmelder im Saal wurden abgeschaltet und eine Brandwache der Feuerwehr bestellt. Aber Rauch und Bühnennebel dringen durch alle Ritzen, und so wurde im Keller Alarm ausgelöst.“
Feuerwehr bestätigt technischen Alarm und sorgt für Erleichterung
Was folgte, hätte leicht zur Unterbrechung der Vorstellung werden können, entwickelte sich jedoch zu einer kuriosen Randnotiz eines ohnehin besonderen Abends. Die Feuerwehr rückte an und konnte schnell bestätigen, dass der Alarm technische Gründe hatte. Erleichterung machte sich bei allen Beteiligten breit, wie die MKC-Chefin weiter ausführte. Dr. Pop meisterte die Situation souverän, fand sogar zu den langanhaltenden Alarmtönen den passenden Sound und setzte die Show nach einer kurzen Pause fort. Mit mehreren Zugaben wurde der Abend gebührend zu Ende gefeiert.
Am Ende blieb vor allem eines in Erinnerung: ein begeisternder und unvergesslicher Abend, der zeigte, wie tief Musik in unser Leben eingreift und wie unterhaltsam sich darüber sprechen lässt. Ein Sog, dem sich in Templin sogar die Feuerwehr nicht entziehen konnte, und der die Verbindung von Kunst und unvorhergesehenen Momenten auf humorvolle Weise unterstrich.



