Greifswalder Studie sucht Teilnehmerinnen für Forschung zu Chemobrain nach Brustkrebs
Die Diagnose Brustkrebs, die intensive Therapie und die ständige Angst sind bereits schwer genug zu ertragen. Doch viele Frauen berichten zusätzlich über hartnäckige Nachwirkungen, die als kognitive Einschränkungen oder umgangssprachlich als Chemobrain bezeichnet werden. Diese Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme können die Lebensqualität noch lange nach der Chemotherapie erheblich beeinträchtigen. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald wollen diesen Beschwerden nun mit einer innovativen Studie zu Leibe rücken und suchen dafür dringend Probandinnen.
Forschungsprojekt vergleicht erstmals zwei Therapieansätze
Das Greifswalder Forschungsteam unter Leitung von Neurologie- und Psychologie-Experten untersucht in einer wegweisenden Studie zwei verschiedene Methoden zur Behandlung chemotherapiebedingter Gedächtnisprobleme. Dabei werden erstmals kognitives Training und nicht-invasive Hirnstimulation mit Gleichstrom im direkten Vergleich analysiert. Bisherige Studien haben mit mehrwöchigen Gedächtnistrainings zwar kleine Erfolge erzielt und das subjektive Wohlbefinden der Patientinnen verbessert, doch diese Programme sind laut den Forschern noch weit von einer etablierten Behandlungsmethode entfernt.
Samaneh Aziziaram, Doktorandin an der Universitätsmedizin Greifswald, erklärt: Die Beschwerden nach einer Chemotherapie gegen Brustkrebs sind noch wenig verstanden, obwohl viele Frauen über Schwierigkeiten mit Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration klagen. Die Gleichstromstimulation gilt als vielversprechende Methode, um Trainingserfolge zu verstärken und zu verlängern. Bei dieser Technik kommt ein Stromfluss unterhalb der Wahrnehmungsschwelle zum Einsatz, der in bisherigen Studien sowohl trainierte als auch nicht trainierte Gedächtnisfunktionen verbessert hat.
Studiendesign und Teilnahmebedingungen im Detail
Die Greifswalder Studie erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Wochen, in denen die Teilnehmerinnen an neun verschiedenen Tagen ein spezielles kognitives Training absolvieren. Ein Teil der Probandinnen erhält zusätzlich die Gleichstromstimulation, um die Wirksamkeit beider Methoden vergleichen zu können. Die Forscher nehmen dabei nicht nur die Gedächtnisleistung, sondern auch die allgemeine Lebensqualität der Frauen genau unter die Lupe.
Teilnehmen können Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren, deren Chemotherapie gegen Brustkrebs mindestens sechs Monate zurückliegt. Alle Tests werden an der Klinik für Neurologie der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt. Für jede Teststunde erhalten die Teilnehmerinnen eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro. Interessentinnen können sich mit Angabe von Name, Geburtsdatum, Kontaktdaten und dem Stichwort Chemotherapie unter der Telefonnummer 03834 86-6758 oder per E-Mail an die angegebene Studienadresse melden.
Diese Forschung könnte einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Brustkrebs-Überlebenden leisten und langfristig zu etablierten Behandlungsmethoden gegen chemotherapiebedingte Gedächtnisprobleme führen. Die Greifswalder Wissenschaftler hoffen, mit ihrer vergleichenden Studie neue Erkenntnisse zu gewinnen, die betroffenen Frauen konkrete Hilfe bieten können.



