Die Fertigstellung des neuen Museums Berlin Modern verzögert sich erneut. Nach ersten Schätzungen führt der Feuchteschaden in Teilen des Rohbaus zu einer Verschiebung der Fertigstellung um etwa acht Monate in das Jahr 2030. Dies teilte eine Sprecherin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit, nachdem der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) darüber berichtet hatte. In Teilen des Gebäudes sei mikrobieller Befall festgestellt worden. „Es wurden alle verfügbaren Maßnahmen zu einer möglichst raschen Schadensbeseitigung ergriffen, und es musste kein Baustopp eingelegt werden“, erklärte die Sprecherin.
Hintergrund des Projekts
Das Museum entsteht in der Nähe des Potsdamer Platzes und soll die Neue Nationalgalerie erweitern, die in ihren Räumen nur einen Teil ihrer Kunstsammlung zeigen kann. Die Gesamtkosten für das Bauprojekt wurden zuletzt mit 507 Millionen Euro prognostiziert, ursprünglich waren 200 Millionen Euro veranschlagt. Gebaut wird das Museum nach Plänen des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron, das auch die Hamburger Elbphilharmonie gestaltet hatte.
Zeitplan und Verzögerungen
Beim offiziellen ersten Spatenstich im Jahr 2019 war mit einer Fertigstellung 2026 gerechnet worden. Als im Herbst 2025 Richtfest gefeiert wurde, ging man von einer Fertigstellung im Jahr 2029 aus. Nun verschiebt sich die Eröffnung weiter auf 2030. Die Neue Nationalgalerie plant jedoch, das Haus bereits vor der offiziellen Eröffnung mit Kunst zu bespielen.
Vergleich mit der Elbphilharmonie
Verzögerungen und Kostensteigerungen trugen dazu bei, dass Herzog & de Meurons Elbphilharmonie unlängst in eine Liste der historisch kontroversesten Bauwerke aufgenommen wurde, die vom Magazin der „New York Times“ zusammengestellt wurde. Dort steht sie in Gesellschaft mit dem mythischen Turm von Babel, dem brutalistischen Rathaus von Boston und dem von Donald Trump geplanten Ballroom des Weißen Hauses. Die US-Jury räumt jedoch ein: „Heute lieben alle die Elbphilharmonie, man bekommt keine Tickets.“ Vielleicht wird das Berlin Modern eines Tages ähnlich positiv wahrgenommen.



